Indiens Devisenreserven sinken um 22,5 Milliarden Dollar
Indiens Währungsreserven sind im ersten Quartal des Finanzjahres 2026 um 22,5 Milliarden US-Dollar gesunken. Hauptursachen waren nach Angaben der Reserve Bank of India hohe Bewertungseffekte sowie Abflüsse bei Portfolioinvestitionen.
Starker Dollar und Goldpreis drücken Bestände
Die Reserve Bank of India verzeichnete von April bis Juni 2026 einen Rückgang der Devisenreserven um nominal 22,5 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Zuwachs von 29,8 Milliarden US-Dollar verbucht worden war.
Bereinigt um Bewertungseffekte auf Basis der Zahlungsbilanz belief sich das Minus auf 8,1 Milliarden US-Dollar.
Wesentlicher Treiber waren Bewertungsverluste von 14,4 Milliarden US-Dollar, ausgelöst durch fallende Goldpreise und die Aufwertung des US-Dollar gegenüber wichtigen Leitwährungen.
Im Vorjahr hatten Bewertungsgewinne die Reserven noch um 25,3 Milliarden US-Dollar erhöht.
Das Leistungsbilanzdefizit weitete sich im Berichtsquartal leicht von 3,4 auf 4,2 Milliarden US-Dollar aus.
Portfolioabflüsse belasten die Kapitalbilanz
Die Kapitalbilanz drehte mit einem Nettoabfluss von 3,9 Milliarden US-Dollar ins Minus, verglichen mit einem Überschuss von 7,9 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Ausschlaggebend waren massive Abflüsse bei ausländischen Portfolioinvestitionen in Höhe von 9,6 Milliarden US-Dollar, denen Zuflüsse bei den Direktinvestitionen von 6,1 Milliarden US-Dollar gegenüberstanden.
Das Bankkapital trug mit 2,8 Milliarden US-Dollar positiv bei, während kurzfristige Kredite um 3,5 Milliarden US-Dollar stiegen.
Optische Delle statt Substanzverlust
Der starke Reservenschwund resultiert primär aus Bewertungseffekten und volatilen Portfolioströmen.
Das solide FDI-Wachstum zeigt jedoch das anhaltende Vertrauen in Indiens wirtschaftliche Substanz.
Dennoch zwingen die erratischen Kapitalbewegungen die Notenbank zu erhöhter Wachsamkeit.