Bitcoin besitzt keinen Geldstatus
RIKSBANK Rede

Bitcoin besitzt keinen Geldstatus

Kryptowährungen wie Bitcoin erfüllen laut Riksbank-Vizechefin Anna Seim nicht die Kriterien von Geld. Bei einem Seminar im Stockholmer Wirtschaftsmuseum betonte die Notenbankerin am 9. September 2026, dass Geld heute primär auf Vertrauen und Wertstabilität basiert.

Drei Kriterien gegen Krypto

Für Ökonomen muss Geld drei Grundfunktionen erfüllen: Es muss seinen Wert über die Zeit stabil halten, als Zahlungsmittel allgemein akzeptiert sein und als Recheneinheit für Güter und Dienstleistungen dienen.

„Nach dieser Definition ist Bitcoin kein Geld“, stellte Riksbank-Vizechefin Anna Seim klar.

Die Notwendigkeit einer stabilen Kaufkraft ist der zentrale Grund, warum Notenbanken Inflationsziele verfolgen.

Geld entwickelte sich historisch von physischen Metallmünzen über goldgedeckte Noten hin zu digitalem Fiatgeld.

Während frühere Währungen einen inhärenten Materialwert besaßen, beruht das heutige System auf den Zusagen von Staat und Banken.

Vom Goldstandard zur Vertrauensbasis

Bargeld wird in modernen Volkswirtschaften weitgehend durch digitale Zahlungssysteme verdrängt.

Gleichzeitig fordern private Stablecoins und staatliche Digitalwährungen (CBDCs) die gewohnte Geldordnung heraus.

„Der eigentliche Rohstoff des Geldes hat sich von Gold zu Vertrauen verlagert“, betonte Seim.

Dieses institutionelle Vertrauen entstehe jedoch nicht von selbst, sondern verlange verlässliche Institutionen sowie dauerhafte Stabilität im Finanzsystem für künftige Generationen.

Klassische Kriterien, klare Fronten

Die Riksbank verteidigt die klassische Lehrbuchdefinition von Geld gegenüber Krypto-Narrativen.

Seims Absage an Bitcoin ist ökonomisch präzise, blendet aber die reale Nachfrage nach staatsunabhängigen Wertspeichern aus.

Für die Geldpolitik unterstreicht der Vorstoß vor allem den Drang, mit eigenen Digitalwährungen die Kontrolle zu sichern.

Quelle: Anna Seim: What is money?

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