Geld- und Fiskalpolitik zogen in Schweden meist an einem Strang
Schwedens Geld- und Finanzpolitik haben zwischen 2006 und 2025 überwiegend synchron gewirkt. Eine Analyse der Riksbank zeigt, dass die Zinspolitik primär auf Inflationsabweichungen reagierte, während die Fiskalpolitik konjunkturelle Schwächephasen ausglich.
Inflationsabweichungen als Zinskompass
Zwischen 2006 und 2025 steuerte die schwedische Zentralbank ihren Leitzins primär anhand von Inflationsprognosen und weniger entlang der Kapazitätsauslastung.
Das zeigt die Untersuchung von Alexander Czarnota, Marie Hesselman, Jyry Hokkanen und Vizegouverneurin Anna Seim.
Lag die prognostizierte Teuerung unter dem Ziel von 2,0 Prozent, agierte die Geldpolitik expansiv – gemessen am neutralen Zinssatz.
Bei über dem Ziel liegenden Inflationserwartungen straffte die Notenbank die Zinsen.
Im Jahr 2023 lag der Leitzins beispielsweise 1,6 Prozentpunkte über dem neutralen Niveau, während die Inflationsprognose um 0,5 Prozentpunkte über dem Zielwert lag.
Zum BIP-Gap zeigte sich hingegen kein klarer Zusammenhang.
Nachfrageschocks ohne Zielkonflikte
Die Finanzpolitik agierte im untersuchten Zeitraum antizyklisch: Bei schwacher Ressourcenauslastung wuchs die fiskalische Unterstützung über die strukturelle Sparquote, besonders ausgeprägt 2009 und 2025.
Da in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem Nachfrageschocks und weniger angebotsseitige Verwerfungen dominierten, traten kaum Zielkonflikte zwischen Regierung und Zentralbank auf.
Beide Politikbereiche wirkten meist gleichzeitig stimulierend oder dämpfend auf die schwedische Volkswirtschaft.
Trügerischer Gleichschritt
Der langjährige Gleichschritt war primär das Resultat milder Nachfrageschocks und anhaltend niedriger Inflation.
Bei künftigen Angebotsschocks durch geopolitische Krisen drohen jedoch unweigerlich schwere Zielkonflikte.
Auf seine eigentliche Belastungsprobe wartet das koordinierte Stabilitätsmodell erst noch.