Leitzins bleibt bei 1,75 Prozent – Straffung im Herbst möglich
Die schwedische Riksbank belässt den Leitzins bei 1,75 Prozent, hält sich aber eine Zinserhöhung im Herbst offen. Das Protokoll der Sitzung vom 19. August 2026 begründet dies mit dem stärkeren BIP-Wachstum von 1,4 Prozent und anhaltenden geopolitischen Preisrisiken.
Wachstumsschub rückt Zinserhöhung näher
Der Exekutivrat der Riksbank beschloss am 19. August einstimmig, den Leitzins bei 1,75 Prozent zu belassen.
Das Gremium um Gouverneur Erik Thedéen, Aino Bunge, Per Jansson, Anna Seim und Göran Hjelm diskutierte jedoch intensiv über künftige Zinsschritte nach oben.
Das schwedische BIP wuchs im zweiten Quartal um 1,4 Prozent und übertraf die Prognose von 0,9 Prozent deutlich.
Bereinigt um befristete Steuersenkungen lag die zugrunde liegende CPIF-Inflation im Juli bei 2,2 Prozent, während die Kernrate ohne Energie 1,6 Prozent erreichte.
„Vor diesem Hintergrund schätze ich ein, dass unsere nächste Zinsänderung eine Anhebung sein muss“, betonte Thedéen mit Verweis auf die stärkere Inlandsnachfrage und anhaltende Kostenrisiken.
Globale Engpässe treffen auf robuste Nachfrage
Trotz des Nahost-Konflikts und logistischer Engpässe in der Straße von Hormus erwiesen sich globale Lieferketten bislang als anpassungsfähig.
Gleichzeitig belasten hohe Gaspreise sowie Dürreperioden in Europa den Transportverkehr am Rhein.
Im Inland zeigt der schwedische Arbeitsmarkt noch freie Kapazitäten, was den Inflationsdruck dämpft.
Ratsmitglied Anna Seim verwies darauf, dass steigende Konsumausgaben und eine expansivere Fiskalpolitik die Weitergabe höherer Importkosten an Verbraucher erleichtern könnten.
Optische Täuschung bei der Inflation
Das Protokoll markiert das Ende des schwedischen Lockerungszyklus.
Wer die durch Steuersenkungen optisch niedrige Inflation für bare Münze nimmt, verkennt den realen Preisdruck im Inland.
Die Riksbank bereitet die Märkte folgerichtig auf Zinserhöhungen vor, um Zweitrundeneffekte frühzeitig abzufangen.