Jansson hält Leitzins stabil: Inflationsfokus in unsicheren Zeiten
Die Riksbank belässt den Leitzins und den Zinspfad unverändert. Vize-Gouverneur Per Jansson betonte bei einer Rede, dass der Fokus angesichts des Krieges im Iran klar auf der Inflation liege.
Die Unsicherheit durch den Iran-Krieg
Der Krieg im Iran verändert die Bedingungen für die Geldpolitik in Schweden und weltweit.
Vize-Gouverneur Per Jansson beschrieb seine Haltung bei der jüngsten geldpolitischen Entscheidung der Riksbank: Der Krieg habe im Hauptszenario der Riksbank nur moderate Auswirkungen auf die Prognosen für Wirtschaftstätigkeit und Inflation, doch die langfristigen Folgen seien noch unklar und die Bedingungen könnten sich rasch ändern.
Steigende Energie- und Inputpreise, verbunden mit Störungen wichtiger Logistikketten in der Golfregion, könnten sich schnell auf die Verbraucherpreise auswirken.
Es bestehe das Risiko sowohl indirekter als auch Zweitrundeneffekte.
Jansson erinnerte: „Wir alle erinnern uns, wie schnell die Inflation 2022 anstieg, als sich das Preisverhalten geändert hatte. Die Situation ist noch nicht so dramatisch, aber es ist wichtig, die Lehren daraus zu ziehen.“
Balanceakt zwischen Geduld und Handlungsfähigkeit
Gleichzeitig betonte Jansson, dass die Inflationsergebnisse und -indikatoren der letzten Monate zeigen, dass der Inflationsdruck in Schweden derzeit niedrig ist.
„Das bedeutet, dass wir einen gewissen Anstieg des Inflationsdrucks tolerieren können, ohne dass dieser zu hoch wird.“
Es sei sehr erfreulich, dass die wirtschaftliche Erholung bereits im letzten Jahr an Fahrt gewonnen habe.
Die richtige Balance und das richtige Timing in der Geldpolitik zu finden, sei unter den aktuellen Umständen eine Herausforderung.
„In dieser Situation ist es wichtig, nicht überstürzt zu handeln und dann eine Kehrtwende machen zu müssen, oder zu spät zu sein und den Anschluss zu verlieren.“
Vorsicht ist die Mutter der Notenbank-Weisheit
Diese Rede unterstreicht das Bekenntnis der Riksbank zur Inflationskontrolle inmitten geopolitischer Instabilität.
Während die heimische Inflation niedrig ist, diktiert das globale Umfeld eine vorsichtige Haltung, die langfristige Preisstabilität über kurzfristige Wachstumsimpulse stellt.
Dieser abwartende Ansatz signalisiert eine längere Phase der Wachsamkeit, bereit zu handeln, sollten sich externe Schocks materialisieren.