Jansson sieht Spielraum für geldpolitisches Abwarten
RIKSBANK Speech

Jansson sieht Spielraum für geldpolitisches Abwarten

Trotz leicht gestiegener Inflationsrisiken sieht die schwedische Riksbank vorerst keinen Handlungsdruck. Vizegouverneur Per Jansson betonte am 31. August vor der Bankenvereinigung, dass die Notenbank abwarten könne, bevor sie die Geldpolitik anpasst.

Sondereffekte trüben das Bild

Die Ausgangslage für die schwedische Inflation bleibt günstig, doch die hohen Sommerdaten trüben das Bild, erklärte Vizegouverneur Per Jansson vor der Bankenvereinigung.

Der Preisanstieg gehe primär auf reisebezogene Dienstleistungen zurück, deren Preise im Sommer saisonal steigen.

Allerdings könnten auch indirekte Effekte von Lieferstörungen wie höhere Kerosinpreise hineinspielen.

„Wenn dies der Fall ist, könnte sich der Anstieg als dauerhafter erweisen“, warnte Jansson.

Der Arbeitsmarkt zeige sich weiter schwach.

Trotz eines über den Prognosen liegenden Wachstums gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Überhitzung, wenngleich das Risiko einer nachfragegetriebenen Teuerung leicht gestiegen sei.

Zwei Prozent als stabiler Anker

Das Vertrauen in das Inflationsziel von zwei Prozent ist laut Jansson nach wie vor intakt.

Dies spiegele sich sowohl in den langfristigen Inflationserwartungen als auch in der moderaten Lohnbildung der Tarifpartner wider.

Daher bestehe Spielraum, vor einer Anpassung der Geldpolitik zunächst abzuwarten.

Sollte sich jedoch ein größeres Inflationsproblem abzeichnen, werde er unverzüglich für ein Eingreifen plädieren.

Vor der Zinssitzung Ende September gelte es nun, alle eingehenden Konjunkturdaten sorgfältig zu analysieren.

Abwarten mit Schuss­be­reit­schaft

Janssons Botschaft signalisiert Gelassenheit, hält der Riksbank für September jedoch alle Optionen offen.

Die Verankerung der Erwartungen bei zwei Prozent verschafft den Währungshütern die nötige Flexibilität.

Sollten sich die Sondereffekte verfestigen, wird aus dem Abwarten schnell handfester Straffungsdruck.

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