Jansson sieht Inflationsrisiken trotz günstiger Ausgangslage
Per Jansson, Vizegouverneur der Schwedischen Reichsbank (Riksbank), betonte am 22. Oktober 2026 den Beitrag maßvoller Löhne zum Inflationsrückgang. Zugleich verwies er auf Aufwärtsrisiken, die aus stärkerer Nachfrage und Angebotsengpässen entstehen.
Lohnzurückhaltung schafft Spielraum für Zinssenkungen
Bei der Jahreskonferenz des schwedischen Vermittlungsamts zur Lohnbildung erklärte Jansson, ausgewogene Lohnabschlüsse hätten die Inflation schneller und deutlicher gesenkt als andernorts.
Das habe frühere Zinssenkungen auf ein niedrigeres Niveau ermöglicht.
Die Erholung der schwedischen Wirtschaft sei nun klar erkennbar, das Wachstum kräftig und breit abgestützt, auch dank einer ungewöhnlich expansiven Fiskalpolitik.
Steigende Frühindikatoren stützten seinen Wachstumsoptimismus.
Zugleich verschärften internationale Konflikte die Angebotsengpässe; Kraftstoffe und Strom verteuerten sich.
Der Nahostkonflikt und die Zinsdifferenz gegenüber anderen großen Volkswirtschaften belasteten zudem die Krone, die im Jahresverlauf abgewertet habe.
Temporäre Entlastung verdeckt den Preisdruck
Die befristete Senkung der Lebensmittel-Mehrwertsteuer und Zuschüsse zum Nahverkehr senkten derzeit die Inflation; ihr Auslaufen erhöhe sie wieder.
Die Riksbank blende solche Effekte und normalerweise volatile Energiepreise aus.
Bei anhaltenden Konflikten wachse jedoch das Risiko, dass Energie den grundlegenden Inflationsprozess präge.
Trotz relativ günstiger Ausgangslage habe Jansson im September wegen Aufwärtsrisiken eine etwas schnellere Zinsnormalisierung als im Juni prognostiziert befürwortet.
Damit solle sich die Inflation langfristig am Ziel stabilisieren.
Zinspfad bleibt an Daten gebunden
Jansson verbindet den Erfolg der Lohnzurückhaltung mit einer weiterhin risikobehafteten Inflationslage.
Seine Position vom September sah eine schnellere Zinsnormalisierung vor als die Juni-Prognose.
Vor dem Zinsentscheid in zwei Wochen will die Riksbank sämtliche neuen Informationen prüfen.
Quelle: Per Jansson: Responsible wage formation pays off
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