Labour Hoarding erklärt prozyklische Produktivität im DSGE-Modell
Ein neues Riksbank-Memo von Rachatar Nilavongse integriert Labour Hoarding in das schwedische DSGE-Modell MAJA. Die Erweiterung durch variable Arbeitsintensität und Anpassungskosten erklärt, warum die Arbeitsproduktivität auf geldpolitische Schocks empirisch prozyklisch reagiert.
Anpassung über Intensität statt Kündigung
Standardmäßige DSGE-Modelle scheitern oft daran, die beobachtete prozyklische Reaktion der Arbeitsproduktivität nach geldpolitischen Schocks abzubilden.
In Schweden korrelieren BIP- und Produktivitätswachstum mit 0,68; ein BVAR-Modell zeigt bei einer Zinserhöhung um einen Prozentpunkt einen Produktivitätsrückgang von 0,56 Prozent.
Rachatar Nilavongse erweitert das Kernmodell MAJA um variable Arbeitsintensität und Beschäftigungsanpassungskosten.
Firmen reagieren auf Nachfrageänderungen primär über die Nutzungsintensität der Belegschaft statt über Entlassungen.
Das kalibrierte Modell erzeugt eine Spitzenreaktion der Produktivität von 0,68 Prozent gegenüber nahezu Null im Standardmodell und senkt den Okun-Koeffizienten von 1,67 auf 0,94.
Bayesianische Schätzung bestätigt flexible Intensität
Die bayesianische Schätzung für den Zeitraum 1995Q2 bis 2024Q4 stützt den Ansatz: Der Schätzwert für die Kosten der Arbeitsintensität liegt bei 0,056, während die Beschäftigungsanpassungskosten bei 13,90 liegen.
Dies belegt, dass Betriebe die Intensität flexibel variieren, während Stellenabbau träge verläuft.
Eine alternative Modellierung mit lohnabhängigen Nutzungskosten zeigt, dass Anpassungsfriktionen allein ausreichen, um den Mechanismus zu treiben.
Zudem sinkt die Persistenz temporärer Technologieschocks drastisch von 0,81 auf 0,14.
Theoretisch elegant, praktisch überfällig
Das Papier schließt eine gravierende Lücke der DSGE-Modellierung durch die mikrofundierte Abbildung von Labour Hoarding.
Methodisch bleibt das Ergebnis allerdings stark an die gewählte Spezifikation der Kostenfunktionen gebunden.
Für die Notenbankpraxis ist diese realistischere Abbildung der Arbeitsmarktdynamik dennoch ein echter Gewinn.
Quelle: Staff Memo: A DSGE Model of Labour Hoarding
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