Thedéen sieht Gründe für Zinserhöhung bereits im November
Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen plädiert für eine baldige Anhebung des Leitzinses, möglicherweise bereits im November. Auf einer Veranstaltung in Stockholm begründete er dies mit robustem Wirtschaftswachstum und wachsenden Inflationsrisiken oberhalb der Zielmarke von zwei Prozent.
Robuste Konjunktur treibt Inflationsrisiken
Auf der Veranstaltung Ruter Dam in Stockholm bekräftigte Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen seine Haltung aus der Zinssitzung im September.
Die schwedische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal auf breiter Basis, getragen von Investitionen, Exporten und privatem Konsum.
Gleichzeitig steige die Gefahr, dass die Teuerungsrate dauerhaft über dem Zielwert von zwei Prozent verharre.
Hohe Energie- und Rohstoffpreise, anhaltende Lieferengpässe sowie eine schwächere schwedische Krone verstärken diesen Trend.
„Ich habe gesagt, dass es vernünftig sein könnte, den Leitzins bereits im November anzuheben“, erklärte Thedéen.
Er sorge sich vor allem davor, dass angebotsseitige Kostensteigerungen zusammen mit der kräftigen Nachfrage die Preissetzung der Unternehmen erfassen.
Haushaltsdisziplin gegen globale Zinsrisiken
Vor dem Zinsentscheid im November analysiert die Notenbank nun die jüngsten Inflationsdaten für September sowie weitere Wirtschaftsindikatoren.
Thedéen hält auch Zinserhöhungen im kommenden Jahr für denkbar, wenngleich die Prognose mit erheblicher Unsicherheit behaftet bleibe.
Zudem verwies der Gouverneur auf den weltweiten Anstieg langfristiger Zinsen, der hoch verschuldete Staaten über steigende Kreditkosten und fallende Vermögenspreise belaste.
Schweden sei dank geringer Staatsschulden widerstandsfähiger, müsse aber weiterhin strikte finanzpolitische Disziplin wahren.
Das Ende der Zinspause naht
Thedéens Vorstoß bereitet die Märkte frühzeitig auf eine geldpolitische Kehrtwende vor.
Angesichts der schwachen Krone und robuster Konsumdaten bleibt der Riksbank kaum eine andere Wahl, als den Straffungskurs wieder aufzunehmen.
Wer auf eine längere Zinspause gehofft hatte, muss seine Erwartungen für den Herbst korrigieren.