Fremdwährungskredite sollen Reserven für 200 Mrd. Kronen finanzieren
Die schwedische Riksbank plant ab dem ersten Quartal 2027 Fremdwährungskredite über rund 200 Mrd. schwedische Kronen zur Finanzierung ihrer Devisenreserven. Damit will sie Wechselkursrisiken reduzieren und die seit 2023 genutzten Devisenswaps ersetzen.
Kreditaufnahme über die Schuldenverwaltung
Die Riksbank will die Kredite über die schwedische Staatsschuldenverwaltung aufnehmen.
Der vorläufige Starttermin im ersten Quartal 2027 steht unter dem Vorbehalt stabiler Marktbedingungen.
Die Umsetzung soll 12–18 Monate dauern: Geplant sind Verkäufe von Fremdwährungen gegen schwedische Kronen sowie der Ersatz bestehender Devisenswaps.
Gleichmäßig verteilte Transaktionen sollen Wechselkurseffekte minimieren.
Weitere Angaben folgen mit dem geldpolitischen Beschluss im Dezember 2026.
Das Riksbank-Gesetz von 2023 erlaubt Fremdwährungskredite zur Reservefinanzierung; die Staatsschuldenverwaltung übernimmt deren Verwaltung.
Zum Entscheidungszeitpunkt darf die gesamte Kreditaufnahme höchstens 5 Prozent des BIP betragen.
Gleiche Währung auf beiden Bilanzseiten
Seit dem Beschluss von 2021 finanziert die Riksbank ihre Devisenreserven selbst: Fremdwährungsaktiva stehen Verbindlichkeiten in Kronen gegenüber.
Kredite in derselben Währung wie die Aktiva gleichen Wechselkurseffekte bilanziell aus.
Ende Oktober 2026 betrugen die Reserven rund 450 Mrd. Kronen.
Sie dienen der Fremdwährungsliquiditätshilfe unter anderem für Banken in Schweden, Devisenmarktinterventionen und Verpflichtungen im Sonderziehungsrechtssystem des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Die Anlagen sind risikoarm zu verwalten.
Bilanzumbau statt geldpolitischer Maßnahme
Die Riksbank verändert die Finanzierung, nicht die langfristig angestrebte Größe der Devisenreserven.
Der Plan dient ausdrücklich keinem geldpolitischen Zweck.
Im Mittelpunkt steht die Verringerung des Wechselkursrisikos durch Fremdwährungsverbindlichkeiten statt Kronenfinanzierung und Devisenswaps.