Thedéen definiert drei Prioritäten für den Zahlungsverkehr
Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen hat bei der irischen Zentralbank drei Prioritäten für den künftigen Zahlungsverkehr benannt: passgenaue Regulierung, öffentlich-private Kooperation und krisenfeste Resilienz gegen geopolitische Schocks.
Vom Lochstreifen zur Tokenisierung
Zentralbanken und Geschäftsbanken haben sich seit Jahrhunderten an technologische Umbrüche angepasst – von Lochkarten in den 1950er Jahren bis zu mobilen Echtzeitüberweisungen.
Riksbank-Chef Erik Thedéen sieht in neuen Technologien wie Stablecoins und tokenisierten Einlagen eine ähnliche Dynamik wie einst beim Markteintritt von Billigfluglinien.
Zwar werden Stablecoins traditionelles Zentralbankgeld nicht ablösen, sie erhöhen jedoch den Wettbewerbsdruck für schnellere und günstigere grenzüberschreitende Transaktionen.
Erste Initiativen laufen bereits: SWIFT erprobt tokenisierte Einlagen mit 17 Banken auf sechs Kontinenten, während die EZB mit den Projekten Pontes und Appia an Abwicklungen in risikofreiem Zentralbankgeld arbeitet.
Schwedische Lehren für Offline-Zahlungen
Die schwedische Vorreiterrolle bei digitalen Zahlungen offenbart zugleich operative Risiken.
Der massive Rückgang von Bargeld schließt Gruppen aus und macht die Infrastruktur anfällig für Stromausfälle.
Die Riksbank reagiert mit Vorgaben zur Bargeldannahme und Notfallkapazitäten.
Zentralbanken müssten aus Versäumnissen lernen und „der Entwicklung voraus sein“, forderte Thedéen.
Bei dezentralen Registern dürfe zudem nie die Frage entstehen, wer für korrekte Transaktionen haftet.
Keine Innovation ohne Haftung
Thedéens historische Gelassenheit gegenüber Krypto-Trends ist wohltuend sachlich.
Doch sein Verweis auf Schwedens Bargeldkrise zeigt schonungslos, wie Notenbanken in die digitale Abhängigkeit steuern können.
Ohne klare Haftungsregeln und Offline-Resilienz droht Innovation die Systemstabilität zu untergraben.