Marktmacht bremst Zinswirkung und verteuert Lebensmittel
Hohe Marktkonzentration dämpft die Wirkung von Zinsänderungen und hält Lebensmittelpreise künstlich hoch. Eine Analyse der South African Reserve Bank belegt, dass marktbeherrschende Unternehmen Preisschocks rasch weitergeben, Entlastungen jedoch nur verzögert an Verbraucher weiterreichen.
Asymmetrische Preise schwächen den Zinskanal
Dominante Firmen mit Preissetzungsmacht reagieren asymmetrisch auf Schocks: Steigende Kosten werden unmittelbar überwälzt, sinkende Vorleistungspreise jedoch nur zögerlich weitergegeben.
Dieser Mechanismus schwächt die Transmission der Geldpolitik.
Unternehmen ohne Konkurrenzdruck verfügen über hohe Liquidität und dämpfen ihren Ausstoß bei Zinserhöhungen kaum.
Südafrika erzielte 2023 im OECD-Regulierungsindex für Produktmärkte mit 2,83 Punkten den restriktivsten Wert unter 51 Staaten.
Die relativen Lebensmittelpreise stiegen seit 2014 um 17 bis 21 Prozent gegenüber dem Gesamtwarenkorb.
Bei Speiseöl weiteten Hersteller 2022 ihre Margen trotz stabiler Saatgutpreise aus, während der Handel spätere Erzeugerpreissenkungen einbehielt.
Kartellstrafen und verkrustete Marktstrukturen
Seit Jahrzehnten bestehende Monopole und vertikal integrierte Konglomerate prägen Südafrikas Wirtschaft seit dem Ende der Apartheid.
Illegale Absprachen verteuerten Grundnahrungsmittel messbar: Das Weizenmehlkartell schlug zwischen 1997 und 2009 Aufpreise von 7 bis 42 Prozent auf.
Bei Brot und Maismehl verhängte die Wettbewerbskommission CCSA Strafen von über 980 Mio. Rand.
Stromausfälle zwangen Betriebe zudem in teure Notstromaggregate und trieben die Produktionskosten weiter an.
Geldpolitik heilt keine Monopole
Die Zentralbank muss Marktstrukturen zwingend in ihren Zinsmodellen erfassen, um Fehlprojektionen zu vermeiden.
Zinserhöhungen verpuffen bei dominanten Konzernen und treffen vor allem kleine Betriebe.
Ohne eine harte Entflechtung verkrusteter Oligopole bleibt die Zinspolitik gegen teure Lebensmittel jedoch machtlos.