Tshazibana fordert Einbindung von Natur- und Wasserrisiken
Die stellvertretende Gouverneurin der südafrikanischen Zentralbank, Fundi Tshazibana, hat am 30. September 2026 eine stärkere Berücksichtigung von Natur- und Wasserrisiken im Risikomanagement gefordert. Physische Schocks bedrohten zunehmend die makrofinanzielle Stabilität Afrikas.
Vom Klimaschock zur Bankenkrise
Klimarisiken entwickeln sich laut Fundi Tshazibana zu einer direkten Bedrohung für Preis- und Finanzstabilität.
Bei den Überschwemmungen in KwaZulu-Natal im Jahr 2022 sank die Industrieproduktion um 6,0 Prozent, während der wirtschaftliche Schaden 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Durban erreichte.
In Sambia führte die Dürreperiode 2023/2024 zu täglichen Stromausfällen von bis zu 21 Stunden und zwang die Zentralbank zu einer Stabilisierungsfazilität über 5 Milliarden Kwacha.
„Zentralbanken sind keine Umweltpolitiker“, betonte Tshazibana.
Die Geldpolitik dürfe nicht für Klimaziele zweckentfremdet werden, doch müssten physische Risiken wie Wasserknappheit systematisch in Stresstests einfließen.
Afrikas chronische Schutzlücke
Die Versicherungspenetration in Afrika liegt bei lediglich 3,5 Prozent des BIP, was die Verwundbarkeit privater Haushalte vergrößert.
Gleichzeitig fließen Südafrika weniger als die Hälfte und dem afrikanischen Kontinent nur 23 Prozent der benötigten Klimafinanzierungsmittel zu.
Die SARB reagierte 2025 mit ihrem ersten Klimastresstest für Privatkundenkredite und baut derzeit ein neues Dashboard für physische und Übergangsrisiken auf.
Aufsichtsbehörden fordern zudem kürzere Bewertungshorizonte von fünf Jahren.
Pragmatismus statt ESG-Etikett
Die SARB zieht die richtige Grenze zwischen Mandatstreue und handfester Risikoanalyse.
Statt sich in ESG-Etiketten zu verlieren, rückt sie konkrete Bedrohungen wie Wasserknappheit in den Fokus.
Dieser nüchterne Blick auf harte Bilanzrisiken liefert eine überfällige Blaupause für Schwellenländer.