Kganyago setzt auf Reformen gegen Südafrikas Wachstumsschwäche
Lesetja Kganyago sieht Südafrikas Wachstumsschwäche als überwiegend hausgemacht und durch Reformen überwindbar. Die südafrikanische Zentralbank prognostiziert 2,0 Prozent Wachstum bis 2029; Geldpolitik allein kann strukturelle Hemmnisse nicht beseitigen.
Preisstabilität ersetzt keine Strukturreformen
Der Gouverneur der südafrikanischen Zentralbank (SARB) sprach vor der italienisch-südafrikanischen Handelskammer in Johannesburg.
Seit März 2026 erhöhte die SARB den Leitzins um insgesamt 50 Basispunkte, um Zweitrundeneffekte des Nahost- und Treibstoffschocks einzudämmen.
Laut ihren Modellen reicht die aktuelle Ausrichtung aus, um die Inflation nach dem Schock zum Ziel zurückzuführen.
Im Juli 2025 bevorzugte sie 3,0 Prozent statt der bisherigen Spanne von 3,0 bis 6,0 Prozent; im November folgte das Punktziel von 3,0 Prozent mit einem Toleranzband von ±1 Prozentpunkt.
Sie werde bei Bedarf gegen verfestigte Inflation handeln.
Die Arbeitslosenquote von über 33 Prozent erklärt Kganyago vor allem mit Qualifikationsdefiziten, räumlichen Barrieren und Arbeitsmarktrigiditäten.
Strom und Logistik bremsen Investitionen
Von 2000 bis 2007 wuchs die Wirtschaft jährlich um 4,3 Prozent, von 2015 bis 2025 nur um 0,8 Prozent.
Die Investitionsquote fiel seit 2008 von rund 20 auf etwa 14 Prozent.
Stromabschaltungen kosteten 2023 laut SARB 1,7 Prozentpunkte Wachstum; ohne sie wären mindestens 2,5 Prozent möglich gewesen.
Ihre Zahl stieg von 35 Tagen 2020 auf 300 im Jahr 2023.
Kapstadt belegte im Hafenindex der Weltbank 2023 den letzten von 405 Plätzen; Ngqura, Durban und Gqeberha lagen ebenfalls weit hinten.
Kganyago fordert stabile Staatsfinanzen, Strukturreformen und leistungsfähige staatliche Institutionen.
Die Reformumsetzung bleibt der Maßstab
Kganyago verweist auf bessere Stromversorgung, sinkende langfristige Finanzierungskosten und Fortschritte der Operation Vulindlela bei Strom, Logistik und Kommunen.
Der Krieg unterbreche die Erholung, bringe sie aber nicht vom Kurs ab.
Laut Finanzministerium und Büro für Wirtschaftsforschung ermöglichen schnellere Reformen mehr Wachstum.