Kganyago mahnt nach Resilienz-Gewinn Wachstumsreformen an
SARB Speech

Kganyago mahnt nach Resilienz-Gewinn Wachstumsreformen an

SARB-Gouverneur Lesetja Kganyago hat am 4. August 2026 an der Universität von Südafrika den Wandel der Schwellenländer von Krisenstaaten zu resilienten Volkswirtschaften dargelegt. Er forderte mutige Reformen zur Überwindung der Wachstumsschwäche in Südafrika.

Unabhängigkeit statt Rettungsschirm

Seit den Krisen der 1990er Jahre haben Kern-Schwellenländer wie Südafrika, Brasilien und Indien fundamentale Reformen umgesetzt.

Unabhängige Zentralbanken, Inflation Targeting und flexible Wechselkurse ersetzten starre US-Dollar-Kopplungen.

Südafrika reduzierte den Inflationsabstand zu den USA von knapp zehn Prozentpunkten in den 1980er Jahren auf unter einen Prozentpunkt in den 2020er Jahren.

Zudem baute die South African Reserve Bank ihre Währungsreserven von nahezu null auf rund 74 Milliarden US-Dollar aus.

Höhere Eigenkapitalanforderungen und strengere Finanzaufsicht verhinderten seitdem systemische Bankenkrisen.

Die Schwellenländer wandelten sich dadurch von fragilen Hilfsempfängern zu widerstandsfähigen Akteuren im globalen Finanzsystem.

Die ungelöste Schulden- und Wachstumskrise

Trotz der gewonnenen Stabilität bleiben erhebliche Risiken bestehen, insbesondere bei der Staatsverschuldung und dem Wirtschaftswachstum.

In Südafrika stieg die Schuldenquote nach der Weltfinanzkrise von unter 30 Prozent auf fast 80 Prozent des BIP, während die Lebensstandards seit den frühen 2010er Jahren sanken.

Institutionaler Verfall durch sogenannte State Capture schwächte staatliche Monopole und die Infrastruktur stark.

Zwar stabilisiert sich der Haushalt durch Primärüberschüsse langsam, doch fehlende private Investitionen hemmen die wirtschaftliche Dynamik weiterhin.

Ohne Risiko kein Wachstum

Resilienz ist ein notwendiges Fundament, aber ohne echtes Wirtschaftswachstum bleibt die Transformation unvollständig.

Südafrika muss den Schutz etablierter Akteure aufgeben und bürokratische Hürden konsequent abbauen.

Wer Risiken scheut und Reformen verschleppt, setzt den mühsam erarbeiteten Stabilitätsgewinn aufs Spiel.