Kganyago warnt vor fiskalischer Dominanz und globalen Schocks
SARB Rede

Kganyago warnt vor fiskalischer Dominanz und globalen Schocks

Lesetja Kganyago hat am 28. September 2026 vor den Gefahren überlappender globaler Angebotsschocks und fiskalischer Dominanz gewarnt. Der Gouverneur der South African Reserve Bank betonte, Südafrikas Notenbank halte trotz weltweiter Marktvolatilität am Inflationsziel von 3,0 Prozent fest.

Fünf Treiber einer globalen Krisenkaskade

Kganyago identifizierte fünf Dimensionen globaler Fragilität: Klimawandel, Handelsungleichgewichte, KI-Gefahren, Rekordschulden sowie fiskalische Dominanz.

Geopolitische Angebotsschocks wie Ölpreise um 100 US-Dollar je Barrel und Angriffe auf Getreiderouten treiben die Inflation.

Gleichzeitig erreichen Renditen für Staatsanleihen in Industrieländern Mehrdekadenhochs.

Kganyago warnte vor fiskalischer Dominanz, bei der Zentralbanken Preisstabilität der Staatsfinanzierung unterordnen.

„Wir wollen keine geldpolitischen Cowboys, die zur fiskalischen Rettung eilen“, zitierte er IWF-Chefin Kristalina Georgieva.

Südafrikas Zinslast liegt bei 5,3 Prozent des BIP, verglichen mit 4,0 Prozent in den USA.

Stabilisierung trotz strukturellem Gegenwind

Für Südafrika zeichnet sich laut Kganyago eine Stabilisierung ab.

Die SARB erhöhte den Leitzins, um die Inflation bis Ende nächsten Jahres wieder auf den Zielwert von 3,0 Prozent zu drücken.

Während Staatsanleihen der USA und Japans unter Verkaufsdruck gerieten, blieben südafrikanische Renditen am langen Ende bei rund 9,0 Prozent stabil.

Die Staatsverschuldung hat im Fiskaljahr 2025/26 ihren Höchststand überschritten.

Dennoch bleibe das Wachstum mit einem Zehnjahresdurchschnitt von 0,6 Prozent das größte strukturelle Problem.

Disziplin schlägt fiskalische Panik

Kganyagos Plädoyer für Notenbankunabhängigkeit trifft den Kern der globalen Schuldenkrise.

Südafrikas Zinsstabilität zeigt, dass geldpolitische Disziplin auch in Schwellenländern vor Ansteckung schützt.

Doch ohne echtes Wirtschaftswachstum bleibt die beste Geldpolitik auf Dauer machtlos.

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