Erstmals Frauen auf südafrikanischen 2-Rand-Umlaufmünzen
Zwei neue 2-Rand-Prägungen für den regulären Zahlungsverkehr bringen Frauen auf Südafrikas Münzen. Gewürdigt werden die Bürgerrechtlerin Charlotte Maxeke sowie der Marsch von 20.000 Frauen im Jahr 1956 gegen die Passgesetze.
Vom Protestmarsch ins Portemonnaie
Die South African Reserve Bank (SARB) bringt zwei neue 2-Rand-Umlaufmünzen heraus, die bedeutende Wegbereiterinnen des Landes ehren.
Zentralbankgouverneur Lesetja Kganyago stellte die Prägungen am Hauptsitz in Pretoria vor.
Gewürdigt wird Charlotte Mannya-Maxeke, die 1901 als erste schwarze Südafrikanerin einen Universitätstitel an der Wilberforce University erwarb und 1918 die Bantu Women’s League gründete.
Die zweite Münze erinnert an den Protest vom 9. August 1956, als 20.000 Frauen direkt am heutigen Notenbankgebäude vorbei zu den Union Buildings zogen, um gegen rassistische Passgesetze zu demonstrieren.
Die Sondermünzen dienen als reguläres Zahlungsmittel zum Nennwert.
Geld als Spiegel der Gesellschaft
Die Ausgabe ist Teil einer Serie von Gedenkprägungen der SARB.
Im Juni erschien bereits eine 2-Rand-Münze zum Schüleraufstand von 1976; eine weitere Prägung zum 30-jährigen Bestehen der Verfassung folgt noch in diesem Jahr.
Kganyago verwies zudem auf bestehende Bildungsungleichheiten: Besaßen 1996 nur 6,7 Prozent der südafrikanischen Frauen einen Hochschulabschluss, lag die Quote 2022 bei 13,1 Prozent.
„Bargeld zeigt der Welt, wofür eine Nation steht und woran sie sich erinnert“, betonte Kganyago.
Späte Würdigung im Alltag
Dass Frauen erstmals auf südafrikanischen Umlaufmünzen erscheinen, schließt eine lange bestehende Leerstelle.
Die Notenbank bringt das Gedenken an den Befreiungskampf damit bewusst in den täglichen Zahlungsverkehr.
Zugleich legt der offene Verweis auf Bildungsrückstände den Finger in eine bis heute offene Wunde.
Quelle: Lesetja Kganyago | Women who opened the doors
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