Stresstest bestätigt Robustheit des 3-Prozent-Inflationsziels
Die South African Reserve Bank untersucht in fünf neuen Studien ihr neues Inflationsziel von 3,0 Prozent sowie strukturelle Risiken im Land. Simulationen bescheinigen dem Ziel hohe Stabilität, während Marktmacht und Raffinerieschließungen die Konjunktur belasten.
Hohe Trefferquote für das Drei-Prozent-Ziel
Im Zentrum der Analysen steht die Senkung des Inflationsziels auf 3,0 Prozent.
Ein Stresstest zeigt, dass die Teuerung mit einer Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent im Korridor zwischen 2,0 und 4,0 Prozent verbleibt.
Bei gleichzeitigen Schocks liegt die gewichtete Wahrscheinlichkeit bei 62 Prozent.
Einzelschocks bei Wechselkurs oder Ölpreis führen im ersten Jahr zu Abweichungen von unter einem Prozentpunkt vom Zielwert.
Parallel belegt eine BER-Unternehmensbefragung eine wachsende Verankerung: Vier Tage nach der Bekanntgabe identifizierten 48 Prozent der befragten Unternehmen das neue 3,0-Prozent-Ziel korrekt, weitere 38,4 Prozent nannten Werte zwischen 3,0 und 4,5 Prozent.
Die Erwartungen folgen zunehmend dem neuen Zielwert statt vergangener Raten.
Marktmacht und Raffinerieschwund bremsen
Strukturelle Bremsklötze erschweren jedoch die Transmission.
Südafrika weist laut OECD mit einem PMR-Index von 2,83 die restriktivste Marktregulierung unter 51 Staaten auf.
Hohe Marktkonzentration führt im Lebensmittelsektor zu asymmetrischen Preisanpassungen.
Zudem halbierte sich die operative Raffineriekapazität auf 250.000 Fässer pro Tag, wodurch Importe über die Hälfte des Treibstoffbedarfs decken.
Dies verursachte von 2021 bis 2024 Mehrausgaben von 76 Mrd. Rand und gefährdet 5.400 Arbeitsplätze.
Eine Entdollarisierung bietet hierbei keinen Ersatz für binnenwirtschaftliche Reformen.
Glaubwürdigkeit ersetzt keine Strukturreformen
Die geldpolitische Glaubwürdigkeit reicht aus, um das 3,0-Prozent-Ziel auch gegen externe Schocks zu verteidigen.
Doch solange verkrustete Produktmärkte und schwindende Raffineriekapazitäten die Binnenpreise treiben, bleibt die Notenbank im Nachteil.
Ohne tiefgreifende Deregulierung verpufft der Disinflationseffekt an den Ladenkassen.
Quelle: Occasional Bulletin of Economic Notes 26/01
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