Anhaltender Treibstoffschock erhöht Inflation um 0,5 Prozentpunkte
SARB Studie

Anhaltender Treibstoffschock erhöht Inflation um 0,5 Prozentpunkte

Ein anhaltender Treibstoffpreisanstieg um 30 Prozent erhöht Südafrikas Inflation über den Erwartungskanal um bis zu 0,5 Prozentpunkte. Das berechnen Forschende der Südafrikanischen Reservebank (SARB); ein einmaliger Schock wirkt deutlich schwächer.

Die Dauer vervierfacht den Erwartungseffekt

Ein einmaliger Treibstoffpreisschock von 30 Prozent erhöht die Inflationserwartungen südafrikanischer Unternehmen für das laufende Jahr um bis zu 0,32 Prozentpunkte.

Für ein beziehungsweise zwei Jahre voraus betragen die Spitzenwerte 0,16 und 0,15 Prozentpunkte.

Bei anhaltendem Preisdruck steigen die Zweijahreserwartungen dagegen nach fünf Quartalen um 0,65 Prozentpunkte; der Effekt klingt erst nach acht Quartalen ab.

Dabei bleiben Treibstoffpreise drei Quartale lang 30 Prozent über dem Ausgangsniveau und sinken danach schrittweise.

In einer Phillipskurven-Simulation mit 4,0 Prozent Inflation im April 2026 erhöht der Erwartungskanal die Inflation beim anhaltenden Schock nach sechs Quartalen um maximal 0,5 Prozentpunkte, gegenüber 0,12 beim einmaligen Schock.

Hohe Aufmerksamkeit prägt die Stichprobe

Anis Foresto, Monique Reid und Cobus Vermeulen nutzen 1.946 Unternehmensbeobachtungen des Büros für Wirtschaftsforschung von Anfang 2021 bis Ende 2024, einer Phase hoher Inflationsaufmerksamkeit.

Ein strukturelles Vektorautoregressionsmodell mit Daten von Anfang 2006 bis Anfang 2026 isoliert den Treibstoffschock unter Kontrolle globaler und heimischer Faktoren.

Lokale Projektionen messen die Erwartungsreaktion.

Margen, Wettbewerb und Nachfrageelastizität bestimmen laut Studie, ob Unternehmen höhere Kosten absorbieren oder weitergeben.

Erwartungen sind nicht der Gesamteffekt

Die Simulation erfasst nur den Erwartungskanal, nicht sämtliche Inflationstreiber oder Rückkopplungen.

Die Autoren verstehen die Ergebnisse deshalb als Untergrenze der Übertragung.

Zur Verankerung der Erwartungen halten sie eine länger straffe Geldpolitik für möglicherweise nötig; dies ist keine SARB-Position.

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