Leistungsbilanz kippt ins Defizit bei 33,6 Prozent Arbeitslosigkeit
SARB Daten

Leistungsbilanz kippt ins Defizit bei 33,6 Prozent Arbeitslosigkeit

Südafrikas Leistungsbilanz drehte im zweiten Quartal 2026 mit einem Defizit von 2,6 Prozent des BIP ins Minus, während die Arbeitslosigkeit auf 33,6 Prozent stieg. Der Quartalsbericht der SARB vom 29. September verzeichnet zudem eine Teuerungsrate von 4,4 Prozent im August.

Energieimporte und schwache Industrie drehen Leistungsbilanz

Im zweiten Quartal 2026 kippte die südafrikanische Leistungsbilanz von einem Überschuss von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Vorquartal in ein Defizit von 2,6 Prozent.

Ausschlaggebend waren ein stark geschrumpfter Handelsüberschuss infolge teurerer Energieimporte sowie ein höheres Defizit bei den Primäreinkommen.

Die reale Bruttowertschöpfung schrumpfte im Primär- und Sekundärsektor.

Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete den vierten Rückgang in Folge, während der Bergbau in 7 von 12 Rohstoffgruppen nachgab.

Die realen Bruttoinlandsausgaben stiegen um 0,9 Prozent, getrieben vom Lageraufbau und einem Zuwachs des privaten Konsums um 0,4 Prozent.

Die Nettoexporte dämpften das BIP-Wachstum rechnerisch um 1,1 Prozentpunkte.

Nahost-Krise heizt Inflation an bei steigender Erwerbslosigkeit

Der Arbeitsmarkt verschlechterte sich parallel: Die offizielle Arbeitslosenquote stieg auf 33,6 Prozent, da die Zahl der Arbeitslosen um 345.000 zunahm.

Zudem heizte der Nahost-Konflikt die Inflation an.

Die Erzeugerpreise für Chemikalien kletterten im Juni um 26,9 Prozent, während die Kraftstoffpreise für Verbraucher um 34,3 Prozent anzogen und im August bei 20,0 Prozent lagen.

Die Gesamtinflation erreichte im Juni 5,0 Prozent vor einem Rückgang auf 4,4 Prozent im August.

Auf der Finanzseite verdoppelte sich der Primärüberschuss auf 42,7 Mrd. Rand.

Stag­fla­ti­ons­sze­na­rio engt Spielraum ein

Schwächelnde Industrie, steigende Erwerbslosigkeit und importierter Preisdruck schnüren den geldpolitischen Spielraum ein.

Die Zinsanhebung der SARB läuft ins Leere, solange externe Energieschocks die Handelsbilanz belasten.

Ohne strukturelle Reformen verpuffen selbst die jüngsten fiskalischen Achtungserfolge wirkungslos.

Quelle: Quarterly Bulletin – September 2026

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