Fünf Forschungsschwerpunkte für Südafrikas Geldpolitik
Geldpolitik, Klimarisiken, Wachstum, Wettbewerb und Stablecoins prägen die Forschungsagenda 2026–2027 der Südafrikanischen Reservebank (SARB). Die am 21. Oktober 2026 veröffentlichte Agenda soll die Grundlage für geldpolitische Entscheidungen stärken.
Inflation, Klima und fiskalische Spielräume
Die SARB untersucht Inflationstreiber, Löhne und Kommunikation zur Verankerung der Inflationserwartungen.
Sie prüft die Folgen des 2022 eingeführten überschussbasierten Implementierungsrahmens, ihre Bilanzpolitik sowie das Zusammenspiel von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik.
Klimaforschung erfasst physische Risiken, den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft und Folgen für Inflation, Investitionen, Bankenliquidität und Staatsanleihen.
Südafrikas Kohleabhängigkeit und das Pariser Abkommen bilden dabei Bezugspunkte.
Ein dritter Schwerpunkt verbindet Fiskalpolitik, Staatsverschuldung, Ungleichheit und Arbeitsmarkt mit geldpolitischer Transmission und Potenzialwachstum; auch Infrastruktur- und Logistikengpässe stehen im Fokus.
Wettbewerb und digitale Geldformen
Die SARB will Wettbewerb, Markteintrittshürden und Verbraucherauswirkungen in Banken, Versicherungen und Zahlungsdiensten differenzierter erfassen.
Sie untersucht Nichtbanken, Netzwerkeffekte und tätigkeitsbezogene Regulierung.
Gesetz Nr. 9 von 2017 verpflichtet die Finanzmarktverhaltensaufsicht zur Wettbewerbsförderung; der Zahlungsverkehrsgesetzentwurf sieht dies auch für die SARB vor.
Der fünfte Schwerpunkt erfasst fremdwährungsgebundene Stablecoins, meist mit Dollarbindung: Geldmärkte, Währungssubstitution, monetäre Souveränität und Kapitalverkehrskontrollen.
Forschungsfragen statt fertiger Befunde
Die Agenda formuliert Untersuchungsfelder, keine Forschungsergebnisse oder geldpolitischen Beschlüsse.
Die SARB schätzt die derzeitigen Stabilitätsrisiken durch Stablecoins in Südafrika als begrenzt ein.
Ihr rasches Wachstum begründet für die Zentralbank dennoch gezielte Forschung und engmaschige Beobachtung.
Quelle: SARB Research Agenda 2026–2027
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