Leitzins steigt um 25 Basispunkte auf 7,25 Prozent
Die südafrikanische Zentralbank hat ihren Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf 7,25 Prozent angehoben. Gouverneur Lesetja Kganyago begründete den Schritt am 23. September 2026 mit anhaltenden globalen Angebotsschocks und steigenden Treibstoffpreisen.
Ölschock erzwingt Straffung
Der geldpolitische Ausschuss der South African Reserve Bank entschied einstimmig, den Leitzins mit Wirkung zum 25. September 2026 von 7,00 auf 7,25 Prozent anzuheben.
Gouverneur Lesetja Kganyago verwies auf geopolitische Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine, die schwere globale Angebotsschocks bei Energie und Lebensmitteln auslösen.
Die Notenbank revidierte ihre Annahme für Rohöl der Sorte Brent im vierten Quartal auf 95,10 US-Dollar je Barrel nach oben.
Laut Projektion erreicht die Inflation im November 2026 einen Höchststand von 5,7 Prozent.
Die Straffung soll verhindern, dass sich die Preisschübe verfestigen und über Zweitrundeneffekte auf breiter Front übergreifen.
Wachstumsdelle und Dienstleistungspreise
Die südafrikanische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal 2026 um 0,2 Prozent, weshalb die Notenbank ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr auf 1,2 Prozent senkte.
Während günstige Ernten die Lebensmittelpreise dämpfen und der Rand bei rund 16,30 Rand je Dollar notiert, verharren die Inflationserwartungen bei 4,0 Prozent.
Im Dienstleistungssektor liegen mehr als 76 Prozent der Kategorien über der Zielmarke von 3,0 Prozent.
Erst gegen Ende 2027 prognostiziert das Modell der Zentralbank eine Rückkehr der Teuerung auf 3,1 Prozent.
Preisstabilität vor Konjunkturschutz
Die Notenbank stellt Preisstabilität konsequent über das schwächelnde Wirtschaftswachstum.
Angesichts drohender Zweitrundeneffekte durch Ölpreisschocks ist dieser Zinsschritt schmerzhaft, aber geldpolitisch geboten.
Ohne begleitende Strukturreformen der Regierung wird die Zinslast die heimische Konjunktur jedoch spürbar bremsen.