Zweitrundendruck sinkt seit 2017, Ölpreisschock erhöht Risiken
In Südafrika haben Zweitrundeneffekte seit 2017 nachgelassen, zeigt eine Studie der südafrikanischen Zentralbank (SARB). Der große, anhaltende Ölpreisschock erhöht jedoch laut den Autoren das Risiko einer Entankerung der Inflationserwartungen.
Schwächere Zweitrunden, neuer Preisdruck
Witness Simbanegavi und Mokgabiso Tshenkeng zerlegen Inflationsbeiträge mit einem strukturellen Vektorautoregressionsmodell und Quartalsdaten vom ersten Quartal 2001 bis zum ersten Quartal 2026.
Es umfasst Kraftstoffpreise, Gesamtinflation, Inflationserwartungen für zwei Jahre, Lohnwachstum und Leitzins.
Starker Kraftstoffpreisdruck fiel 2008, 2011 und 2022 mit ausgeprägtem Zweitrundendruck zusammen.
Seit etwa 2017 sind dessen Beiträge gering und oft negativ.
Dies fällt mit der stärkeren Ausrichtung auf die Zielbandmitte von 4,5 Prozent und zuletzt das 3-Prozent-Ziel zusammen.
Die Transportinflation stieg von durchschnittlich 0,3 Prozent in den zwölf Monaten bis März 2026 auf 4,7 Prozent im April und 10,6 Prozent im Juni.
Die Zweijahreserwartungen sind seit dem Schock gestiegen.
Vom Tankpreis zu Löhnen
Direkte Kraftstoffverteuerungen und indirekte Kostenüberwälzungen bilden die Erstrundeneffekte.
Zweitrundeneffekte entstehen über Erwartungen und Löhne; höhere Löhne können zusätzlich die Nachfrage stärken.
Die Autoren empfehlen, anfängliche Preiseffekte hinzunehmen, aber anhaltendem Druck entgegenzuwirken.
Straffung belastet zugleich die Konjunktur.
Löhne werden nicht häufig genug erhoben, Erwartungen nur vierteljährlich.
Kerninflation isoliert Zweitrunden nicht in Echtzeit.
Das Modell unterstellt einen konstanten Übertragungsmechanismus; Erwartungs- und Lohndruck erfasst auch andere Schocks.
Abwarten hat zwei Risiken
Zu frühes Straffen belastet laut den Autoren unnötig die Aktivität, zu spätes Handeln verfestigt den Preisdruck.
Sie setzen deshalb auf frühere Schockerfahrungen sowie die Prüfung von Erwartungen und Preisüberwälzungen.
Die Studie gibt Autorenansichten wieder, keine Position der SARB.