Drittanbieter-Risiken gefährden Stabilität im Finanzsektor
SARB Press

Drittanbieter-Risiken gefährden Stabilität im Finanzsektor

Die südafrikanische Prudential Authority verschärft die Aufsicht über Drittanbieter-Risiken und strategische Partnerschaften. Ein neuer Aufsichtsbericht bemängelt uneinheitliche Governance-Strukturen und wachsende Konzentrationsrisiken bei Banken und Versicherern.

Verantwortung lässt sich nicht auslagern

Die Prudential Authority (PA) hat Auslagerungen und strategische Partnerschaften zum Aufsichtsschwerpunkt erklärt.

Eine branchenweite Untersuchung belegt, dass Institute massiv auf externe Dienstleister und Cloud-Anbieter setzen.

Dies erzeugt gravierende systemische Konzentrationsrisiken, da der südafrikanische Markt nur wenige Anbieter bietet.

Bei der Prüfung traten deutliche Defizite zutage: Kleinere Banken, Versicherer und Marktinfrastrukturen weisen oft lückenhafte Verträge, mangelhafte Notfallpläne und unzureichende Due-Diligence-Prüfungen auf.

Die Aufsichtsbehörde betonte ausdrücklich, dass eine Auslagerung von Dienstleistungen die regulatorische Verantwortung der Institute keineswegs aufhebt.

Reifegrad folgt der Institutsgröße

Die Reife des Risikomanagements variiert stark: Während große Bankkonglomerate über robuste Kontrollsysteme verfügen, mangelt es Genossenschaftsbanken und kleineren Häusern an formalen Risikoappetit-Definitionen.

Bei Versicherern zeigten sich Schwachstellen in Binder-Verträgen und Prüfrechten.

Die PA stützt ihre Analyse auf globale Standards des Basler Ausschusses von Dezember 2025 sowie des FSB.

Gemeinsam mit der Marktaufsicht FSCA überarbeitet die Behörde nun die regulatorischen Vorgaben für Drittanbieter-Risiken.

Kein Freibrief für Tech-Auslagerungen

Die Warnung vor Konzentrationsrisiken bei Tech-Dienstleistern trifft den Kern des Problems.

Kleinere Häuser unterschätzen die Gefahren tiefer Abhängigkeiten jedoch weiterhin systematisch.

Die angekündigten schärferen Regeln sind daher überfällig, um Auslagerungen wirksam einzuhegen.

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