Ölpreisschocks erhöhen Lohnerwartungen vor den Löhnen
SARB Studie

Ölpreisschocks erhöhen Lohnerwartungen vor den Löhnen

Ein Ölpreisschock von 40 Prozent erhöht laut einer Studie der Südafrikanischen Reservebank (SARB) sofort die Lohnerwartungen. Das tatsächliche Lohnwachstum reagiert erst nach einem Quartal und steigt nach zwei Quartalen um etwa 1,5 Prozentpunkte.

Analysten reagieren zuerst, Gewerkschaften länger

Die Lohnerwartungen für das laufende Jahr steigen bei Unternehmen sofort um 0,53 Prozentpunkte, bei Finanzanalysten um 0,57 und bei Gewerkschaften um 0,23 Prozentpunkte.

Die Höchstwerte erreichen Unternehmen und Gewerkschaften nach zwei Quartalen mit 0,65 beziehungsweise 0,52 Prozentpunkten; Analysten nach einem Quartal mit 0,6 Prozentpunkten.

Für das Folgejahr betragen die unmittelbaren Zuwächse 0,38, 0,14 und 0,33 Prozentpunkte.

Unternehmen erreichen hier nach zwei Quartalen 0,5, Analysten 0,42 Prozentpunkte.

Die Folgejahreserwartungen der Gewerkschaften liegen nach fünf Quartalen noch um etwa 0,5 und nach sechs Quartalen um 0,35 Prozentpunkte höher.

Mehrjährige Tarifverträge passen zu dieser verzögerten Lohnreaktion; einen kausalen Nachweis liefert die Studie nicht.

Erwartungen enthalten Hinweise auf Lohnwachstum

Chloë Allison und Phumlani Mavuma analysieren Quartalsdaten von Anfang 2000 bis zum dritten Quartal 2025 mittels struktureller Vektorautoregression und lokaler Projektionen über zwölf Quartale.

Die Lohnerwartungen stammen vom Büro für Wirtschaftsforschung (BER).

Ein Erwartungsschock von einem Prozentpunkt geht bei allen drei Gruppen mit höherem späterem Lohnwachstum einher.

Bei Gewerkschaftserwartungen beträgt der Anstieg nach acht Quartalen rund 1,3 Prozentpunkte.

Das belegt keine Kausalität.

Tests mit Niveauvariablen und zusätzlichen Inflationserwartungen bestätigen das Grundmuster.

Lohndaten allein greifen zu kurz

Laut den Autoren können realisierte Lohndaten den entstehenden Lohndruck zunächst unterschätzen.

Sie empfehlen, Erwartungen, Tarifabschlüsse, Inflation und Arbeitsmarkt gemeinsam zu beobachten.

Die Ergebnisse sind Forschungsbefunde der Autoren und keine geldpolitische Position der SARB.

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