Draghi hält Karl Brunner Lecture 2026 der SNB
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Draghi hält Karl Brunner Lecture 2026 der SNB

Mario Draghi wird die zehnte Karl Brunner Distinguished Lecture der Schweizerischen Nationalbank (SNB) halten. Der ehemalige EZB-Präsident und italienische Ministerpräsident spricht am 1. Oktober 2026 in Zürich.

Architekt der Euro-Geldpolitik

Mario Draghi, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der modernen Zentralbankgeschichte, wird die diesjährige Karl Brunner Distinguished Lecture der Schweizerischen Nationalbank (SNB) halten.

Als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2011 bis 2019 prägte Draghi die Geldpolitik der Eurozone massgeblich, insbesondere während der kritischen Phase der Eurokrise.

Sein entschlossenes Handeln und seine Fähigkeit, die Märkte zu beruhigen, brachten ihm weltweit hohes Ansehen ein.

Die SNB würdigt mit dieser Einladung Draghis bedeutenden Einfluss auf die geldpolitische Praxis und seine anhaltende Relevanz für die globalen Finanzmärkte.

Die Veranstaltung, die zum zehnten Mal stattfindet, unterstreicht die Tradition der SNB, führende Ökonomen und Zentralbanker einzuladen.

Vom Goldman Sachs-Banker zum Regierungschef

Draghis Karriereweg ist von vielfältigen und hochrangigen Positionen geprägt.

Vor seiner Zeit bei der EZB war er Gouverneur der Banca d'Italia, Vizepräsident und Managing Director bei Goldman Sachs sowie Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums und Exekutivdirektor der Weltbank.

Nach dem Ende seiner Amtszeit bei der EZB diente Draghi von 2021 bis 2022 als italienischer Ministerpräsident.

Im Jahr 2024 veröffentlichte er zudem den vielbeachteten Draghi-Report zur Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Für seine Verdienste um Europa und die europäische Integration wird Mario Draghi dieses Jahr mit dem renommierten Karlspreis ausgezeichnet.

Er promovierte 1977 am Massachusetts Institute of Technology in Ökonomie.

Mehr als nur eine Gastrede

Draghis Teilnahme unterstreicht die anhaltende Relevanz seiner Expertise für aktuelle geldpolitische Debatten und die Zukunft Europas.

Die SNB positioniert sich damit erneut als Forum für führende Köpfe, auch wenn die Veranstaltung selbst keine neuen geldpolitischen Signale senden wird.

Für die Fachwelt bietet dies eine seltene Gelegenheit, Einblicke in die Denkweise eines prägenden Zentralbankers zu erhalten, abseits tagespolitischer Zwänge.