MiCA-Reform muss Ansteckungsrisiken durch Stablecoins adressieren
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MiCA-Reform muss An­ste­ckungs­ri­si­ken durch Stablecoins adressieren

Im Rahmen der EU-Konsultation zur MiCA-Verordnung warnt der Ausschuss für die einheitliche Abwicklung (SRB) vor systemischen Risiken durch Stablecoins. Hohe Reserveeinlagen bei Banken könnten im Stressfall rasche Abflüsse auslösen und Abwicklungen gefährden.

Gefährliche Verflechtung über Reserveeinlagen

In seiner Stellungnahme zur Überprüfung der MiCA-Verordnung analysiert der SRB die Risiken aus Verflechtungen zwischen Geschäftsbanken und Stablecoins.

MiCA verpflichtet Emittenten von wertreferenzierten Token (ARTs) und E-Geld-Token (EMTs), Mindestanteile ihrer Reserven als Einlagen bei Kreditinstituten zu halten.

Diese Gelder reagieren laut SRB extrem sensibel auf Vertrauensverluste und unterliegen unter der LCR-Regel einer Abflussquote von 100 Prozent.

Bei einem Krypto-Run drohen schlagartige Liquiditätsabzüge, die Banken in die Schieflage treiben können – wie die Schieflagen der Silicon Valley Bank 2023 und der FlowBank 2024 verdeutlichten.

Die Behörde fordert daher klare Meldewege und eine verbindliche Benachrichtigung, sobald Rücknahmepläne aktiviert werden.

Multi-Emittenten und unklare Bail-in-Regeln

Besondere Warnungen richtet die Behörde an Multi-Emittenten-Strukturen globaler Stablecoins.

Wenn Deckungswerte außerhalb der EU liegen, droht im Krisenfall rechtliche und operative Zersplitterung.

Zudem fehlt im europäischen Sanierungs- und Abwicklungsrahmen (BRRD/SRMR) eine eindeutige Einstufung für Stablecoin-Reserven beim Bail-in nach Artikel 44 Absatz 2 BRRD.

Nationale Unterschiede im Insolvenzrecht schaffen Rechtsunsicherheit.

Der SRB fordert daher ein eigenes Kriseninstrumentarium für signifikante Nichtbanken-Emittenten statt einer bloßen Zwangsliquidation.

Die Illusion der sicheren Krypto-Reserve

Der SRB legt den Finger in eine gravierende Lücke zwischen Krypto-Aufsicht und Bankenabwicklung.

Die Pflicht, Stablecoins mit Bankeinlagen zu unterlegen, verlagert Krypto-Risiken direkt in den Bankensektor.

Ohne schärfere Regeln droht beim nächsten Krypto-Kollaps ein Dominoeffekt für die Finanzstabilität.

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