EZB-Aufseherin Buch: Banken stärken durch Wettbewerb und Resilienz
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EZB-Aufseherin Buch: Banken stärken durch Wettbewerb und Resilienz

Starke Banken sind resilient und wettbewerbsfähig: Claudia Buch, Chefin der EZB-Bankenaufsicht, betont die Rolle von Regulierung und Aufsicht. Sie fordert eine Vereinfachung des Rahmens bei gleichzeitiger Wahrung der Resilienz.

Vereinfachung mit klaren roten Linien

Die EZB-Aufseherin Claudia Buch argumentiert, dass eine starke Regulierung und Aufsicht entscheidend zur Resilienz der Geschäftsmodelle von Banken und ihrer Fähigkeit, die Wirtschaft zu bedienen, beitragen.

Die nach der Finanzkrise eingeführten Reformen haben zu widerstandsfähigeren und besser kapitalisierten Banken geführt, was es ihnen ermöglichte, die europäische Wirtschaft zu finanzieren.

Gleichzeitig betonte Buch die Notwendigkeit, die Bankenregulierung und -aufsicht zu straffen, um die Anpassungsfähigkeit der Banken an ein sich schnell änderndes Umfeld, geopolitische Risiken und die Digitalisierung zu verbessern.

Der EZB-Rat hat der Europäischen Kommission Empfehlungen zur Vereinfachung des legislativen Rahmens für Bankenregulierung, -aufsicht und -berichterstattung vorgelegt.

Das Supervisory Board der EZB verfolgt parallel eine Reformagenda zur Effizienzsteigerung der Aufsicht.

Dabei gelten klare rote Linien: Jede Vereinfachung muss das aktuelle Resilienzniveau aufrechterhalten und vollständig mit internationalen Aufsichtsstandards übereinstimmen.

Vier Prioritäten für den Bankensektor

Buch identifiziert vier politische Prioritäten, um den Bankensektor in seiner Rolle zur Förderung von Wachstum und Stabilität zu stärken.

Ein globales Level Playing Field ist unerlässlich, damit Banken auf Effizienz, Innovation und solides Risikomanagement konkurrieren.

Die Förderung grenzüberschreitender Finanzdienstleistungen kann die Integration und den Wettbewerb in Europa stärken.

Starke Kapitalstandards untermauern die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Banken, indem sie es ihnen ermöglichen, auf Risiken zu reagieren und in ihre Geschäftsmodelle zu investieren.

Die starken Institutionen der Bankenunion sichern die Sicherheit und Solidität der Banken, wobei die Vollendung der Bankenunion durch die Einführung eines europäischen Einlagensicherungssystems (EDIS) eine Priorität darstellen sollte.

Kapital: Stärke statt Bremse

Die Debatte um Eigenkapitalanforderungen wird oft verkürzt geführt.

Entgegen mancher Behauptung ist Kapital keine Last, die das Wachstum hemmt, sondern eine stabile Finanzierungsquelle, die Banken resilienter macht und langfristig sogar mehr Kreditvergabe ermöglicht.

Eine Lockerung der Regeln für kurzfristige Gewinne würde die Finanzstabilität gefährden und die Realwirtschaft schwächen.