Buch: Eurobanken resilient im Stresstest 2025 trotz geopolitischer Risiken
EZB-Bankenaufseherin Claudia Buch präsentierte die Ergebnisse des Stresstests 2025 für Eurobanken. Trotz geopolitischer Spannungen und Handelsstörungen zeigen die Institute eine hohe Widerstandsfähigkeit.
628 Milliarden Euro Verluste, aber Kapitalpolster halten
Die EZB-Bankenaufsicht hat den Solvenz-Stresstest 2025 für 51 signifikante Institute im Euroraum abgeschlossen.
Unter einem adversen Szenario, das eine Verschärfung geopolitischer Spannungen, Handelsstörungen und steigende Energiepreise simuliert, prognostizieren die Banken Verluste von 628 Milliarden Euro aus Kredit-, Markt- und operationellen Risiken.
Dies ist ein Anstieg um 80 Milliarden Euro gegenüber 2023.
Die aggregierte Common Equity Tier 1 (CET1) Kapitalquote würde sich um 8,1 Prozentpunkte reduzieren, während die Quote notleidender Kredite (NPEs) von 1,7 Prozent Ende 2024 auf 5,8 Prozent Ende 2027 steigen würde.
Die neuen CRR3-Regeln, die am 1. Januar 2025 in Kraft traten, wurden bei der Berechnung berücksichtigt.
Trotz dieser Belastungen dämpft die solide Profitabilität der Banken, mit einem Beitrag von 4,8 Prozentpunkten zu den Nettoerträgen, die Verluste ab.
Die Kapitalausstattung hat sich seit 2014 deutlich verbessert, mit einer aggregierten CET1-Quote von 16,0 Prozent Ende 2024.
Im adversen Szenario würde die systemweite CET1-Quote Ende 2027 bei 12,0 Prozent liegen, was die Widerstandsfähigkeit des Sektors unterstreicht.
Verbesserte Profitabilität als entscheidender Puffer
Die Kapitalquoten-Reduktion im Stresstest 2025 ist mit 4,0 Prozentpunkten im aggregierten CET1-Verlust geringer als im Test 2023 (5,0 Prozentpunkte).
Dies ist hauptsächlich auf die verbesserte Profitabilität der Banken zurückzuführen, die es ihnen ermöglicht, adversen Schocks besser standzuhalten.
Auch Unterschiede in der Szenarioschwere zwischen den beiden Übungen spielten eine Rolle.
Die Ergebnisse bestätigen die seit der Einführung des SSM im Jahr 2014 kontinuierlich gestiegene Widerstandsfähigkeit des Bankensektors im Euroraum.
Die gestresste CET1-Quote im aktuellen Test liegt 3,5 Prozentpunkte höher als im umfassenden EZB-Assessment von 2014.
Obwohl die Banken insgesamt widerstandsfähig sind, würde das adverse Szenario bei Eintreten eine nicht unerhebliche Kapitalreduktion von 4,0 Prozentpunkten auf aggregierter Ebene bedeuten.
Die maximale Reduktion wird auf 4,2 Prozentpunkte geschätzt, wobei sich die Quote in den Folgejahren durch stärkere Ertragsgenerierung erholen würde.
Stabilität unter Vorbehalt
Der Stresstest zeichnet ein insgesamt positives Bild der Widerstandsfähigkeit des Euroraum-Bankensektors.
Angesichts der erhöhten globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheit ist jedoch weiterhin Vorsicht bei der Kapitalplanung geboten.
Die Ergebnisse müssen im breiteren Kontext verschiedener Sensitivitätsanalysen interpretiert werden, da die Risikosensitivität der Bankenmodelle durch Overlays beeinflusst sein könnte.