Buch: Geopolitische Risiken und Cyber-Bedrohungen im Fokus
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Buch: Geopolitische Risiken und Cyber-Bedrohungen im Fokus

Claudia Buch, Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der EZB, warnt vor steigenden geopolitischen Risiken und Cyber-Bedrohungen für Banken. Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit, die europäische Bankenaufsicht zu vereinfachen.

Geopolitik und Cyber: Neue Fronten für Banken

Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Aufsichtsgremiums, betont die Ernsthaftigkeit geopolitischer Risiken, die sich in militärischen Konflikten, höheren Zöllen und gestörten Lieferketten manifestieren.

Banken müssten die Auswirkungen auf Kreditrisiken genau bewerten und wachsam bleiben.

Auch Cyberrisiken nimmt die Aufsicht sehr ernst.

Ein vor zwei Jahren durchgeführter Stresstest zur Cyberresilienz lieferte wertvolle Erkenntnisse.

Angesichts fortschrittlicher KI-Modelle, die Angriffe verstärken können, müssen Banken ihre Abwehrmaßnahmen priorisieren und die Widerstandsfähigkeit stärken.

Buch hebt hervor, dass der Fokus auf dem Einsatz bestehender Technologie und strategischer Priorisierung von Cyberresilienz auf Vorstandsebene liegen muss.

Die Überwachung von IT-Auslagerungen ist entscheidend, um systemische Risiken durch Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu managen.

Ein neuer Cyber-Stresstest steht derzeit nicht auf der Agenda; stattdessen wird der Wissensaustausch gefördert.

Aufsicht vereinfachen, Resilienz stärken

Nach über zwölf Jahren europäischer Bankenaufsicht, die harmonisierte Standards etabliert und das Vertrauen in europäische Banken wiederhergestellt hat, ist das System komplex geworden.

Buch kündigt umfassende Reformen an, um unnötige Komplexität zu reduzieren und die Aufsicht zu straffen, ohne die Widerstandsfähigkeit der Banken zu gefährden.

Zwei Hauptbereiche stehen dieses Jahr im Fokus: Erstens die Überprüfung der Leitfäden für Banken zur Klarstellung und Einstellung veralteter Dokumente.

Zweitens die Proportionalität der Aufsicht, die sich an Risiken und Größe der Banken orientieren soll, insbesondere im Berichtswesen.

Diese Reformen sind vom Draghi-Bericht inspiriert.

Das Ziel ist es, das System zu vereinfachen, ohne die Resilienz zu schwächen, da starke Standards entscheidend sind, damit Banken die Wirtschaft auch in Stressphasen unterstützen können.

Unsichtbare Risiken im Privatkreditmarkt

Die Kreditqualität ist mit notleidenden Krediten um 2 Prozent stabil, doch Buch warnt vor schwächeren Wachstumsprognosen und steigenden Unternehmensinsolvenzen.

Die mangelnde Transparenz im Privatkreditmarkt birgt erhebliche Risiken, die sich über Hebelwirkung und Vernetzung auf die Finanzstabilität auswirken könnten.

Internationale politische Antworten sind daher unerlässlich, um diese potenziellen Schwachstellen proaktiv anzugehen und eine Eskalation zu verhindern.

Quelle: Claudia Buch: Interview with Les Echos

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