Buch fordert stärkere Banken und vollendete Bankenunion
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Buch fordert stärkere Banken und vollendete Bankenunion

Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Bankenaufsichtsgremiums, betont die Notwendigkeit widerstandsfähiger Banken angesichts erhöhter geopolitischer Risiken. Sie fordert zudem die Vollendung der Bankenunion zur Stärkung des europäischen Finanzsystems.

Geopolitische Risiken fordern Bankenresilienz

Angesichts erhöhter geopolitischer Risiken betont Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Bankenaufsichtsgremiums, die Notwendigkeit widerstandsfähiger Banken.

Die negativen Auswirkungen dieser Risiken könnten sich erst mit der Zeit zeigen, weshalb die Stärkung der Bankenresilienz eine Priorität sei.

Erst diesen Monat bekräftigte der Basler Ausschuss die Erwartung einer vollständigen und konsistenten Umsetzung von Basel III. Buch unterstreicht, dass robuste Regulierung und Aufsicht entscheidend sind, um diese Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.

Banken müssen zudem Szenarien entwickeln, um geopolitische Risiken auf Geschäftsmodelle und Kapitalisierung zu testen.

Ein EU-weiter Stresstest im letzten Jahr zeigte, dass der europäische Bankensektor über Kapitalpuffer verfügt, um höhere Verluste in einem adversen geopolitischen Szenario zu absorbieren.

Dieses Jahr werden Banken aufgefordert, Szenarien zu definieren, die zu einem Kapitalabbau von 300 Basispunkten führen könnten, um Einblicke in ihre Risikomanagementsysteme zu gewinnen.

Hürden für den europäischen Binnenmarkt

Buch fordert eine stärkere Harmonisierung nationaler Regeln, um den Binnenmarkt zu stärken und die Aufsicht zu vereinfachen.

Die Bankenunion sei noch unvollständig, insbesondere fehle eine europäische Einlagensicherung, was eine erhebliche Hürde für die Integration der Bankenmärkte darstelle.

Einleger benötigten den gleichen Schutz, unabhängig vom Standort.

Notleidende Kredite (NPLs) in den Eurobanken sind von 8 Prozent im Jahr 2014 auf 2 Prozent Ende 2025 gesunken.

Trotzdem mahnt Buch zur Wachsamkeit, da schwächeres Wachstum und höhere Kosten zu einem Anstieg führen könnten.

Griechische Banken haben ihre NPLs von 42 Prozent im Jahr 2015 auf unter 3 Prozent gesenkt, bleiben aber anfällig für externe Schocks.

Kontinuierliche Anstrengungen zur Kapitalstärkung und NPL-Eindämmung sind entscheidend.

Mehr Europa ist die Antwort

Die aktuellen Herausforderungen erfordern 'mehr Europa, nicht weniger', so Buch.

Die Wirtschaft bleibt anfällig für externe Schocks, wie der Krieg im Nahen Osten zeigt, der Tourismus und Energiepreise beeinflusst.

Angesichts potenziell eingeschränkter fiskalischer Puffer ist die Aufrechterhaltung starker, widerstandsfähiger und gut kapitalisierter Banken von entscheidender Bedeutung für die Stabilität.

Quelle: Claudia Buch: Interview with Naftemporiki

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