Eurozone-Banken resilient: Stresstest 2025 zeigt Kapitalpuffer
Der EZB-Stresstest 2025 bestätigt die Widerstandsfähigkeit der Eurozone-Banken gegenüber schweren Wirtschafts- und Finanzschocks. Trotz eines hypothetischen Abschwungs bleiben die Kapitalpuffer robust.
628 Milliarden Euro Verluste im Ernstfall
Die EZB-Bankenaufsicht hat ihren Solvenz-Stresstest 2025 für signifikante Institute der Eurozone abgeschlossen.
Insgesamt nahmen 51 Banken am EU-weiten Test der EBA und weitere 45 an einem parallelen EZB-Test teil.
Der Test analysiert die Kapitalpositionen der Institute über drei Jahre (2025-27) unter einem Basis- und einem hypothetischen adversen Szenario.
Dieses Szenario simuliert eine Verschärfung geopolitischer Spannungen, die Handelskanäle stört und das globale Wirtschaftswachstum senkt.
Dies führt zu höheren Energie- und Rohstoffpreisen sowie einer Fragmentierung der globalen Lieferketten.
Unter diesem adversen Szenario prognostizieren die Banken Verluste von 628 Milliarden Euro aus Kredit-, Markt- und operationellen Risiken.
Dies ist ein Anstieg um 80 Milliarden Euro gegenüber dem Stresstest 2023.
Die Common Equity Tier 1 (CET1)-Quote würde um 8,1 Prozentpunkte sinken, verglichen mit 7,8 Prozentpunkten im Jahr 2023.
Die Quote notleidender Kredite (NPEs) würde von 1,7 Prozent Ende 2024 auf 5,8 Prozent Ende 2027 steigen und damit das Niveau von 2014 erreichen.
Profitabilität als Puffer gegen Schocks
Solide Profitabilität federt die Verluste der Banken ab.
Die Nettoerträge tragen 4,8 Prozentpunkte zum Kapitalerhalt bei, verglichen mit 3,5 Prozentpunkten im Stresstest 2023.
Der Kapitalaufbau des letzten Jahrzehnts stärkt die Widerstandsfähigkeit zusätzlich: Die aggregierte CET1-Quote stieg von 11,1 Prozent Ende 2013 auf 16,0 Prozent Ende 2024.
Die Umsetzung der Basel-III-Regeln durch die überarbeitete Kapitaladäquanzverordnung (CRR3), die am 1. Januar 2025 in Kraft trat, beeinflusst die Darstellung der Ergebnisse.
Der Stresstest berücksichtigt diese neuen Regeln, die eine Überarbeitung der Ansätze zur Berechnung der risikogewichteten Aktiva (REA) vorsehen und einen 'Output Floor' einführen.
Die Ergebnisse werden in diesem Bericht in Übergangsbedingungen ausgedrückt, da einige CRR3-Bestimmungen Übergangsregelungen unterliegen.
Robuste Puffer, anhaltende Vorsicht
Insgesamt zeigt der Stresstest, dass der Bankensektor der Eurozone widerstandsfähig gegenüber einem schweren, aber plausiblen Wirtschaftsabschwung ist.
Die systemweite CET1-Quote würde im adversen Szenario bei 12,0 Prozent und im Basisszenario bei 17,1 Prozent liegen.
Angesichts der erhöhten globalen Unsicherheit ist jedoch weiterhin Vorsicht bei der Kapitalplanung geboten, und die Ergebnisse müssen in einem breiteren Kontext interpretiert werden.
Quelle: ECB Annual Report on supervisory activities 2025
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