Banken verbessern Stresstests für Klima- und Naturrisiken
Die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlicht einen Bericht mit Best Practices für Klima- und Naturrisiko-Stresstests. Ziel ist es, Banken bei der Stärkung ihrer Fähigkeiten zu unterstützen und die Integration dieser Risiken in ihre Rahmenwerke zu fördern.
Von der Erkundung zur Integration
Klima-Stresstests haben sich als zentrales Instrument für Aufsichtsbehörden und Banken etabliert, um die Auswirkungen klima- und naturbezogener Risiken auf das Finanzsystem zu bewerten.
Der explorative Klima-Stresstest der EZB im Jahr 2022 diente als Katalysator und förderte die Entwicklung interner Methodologien.
Bis Ende 2024 hatten alle signifikanten Institute Klimarisiken in ihre Stresstest-Rahmenwerke integriert.
Trotz dieser Fortschritte bleibt Raum für Verbesserungen, um umfassende Rahmenwerke und robuste Modellierungsansätze zu gewährleisten.
Dieser Bericht präsentiert Best Practices aus dem EZB-Stresstest 2022 und den Folgeaktivitäten von 2023 bis 2025.
Er zielt darauf ab, Banken bei der Stärkung ihrer Fähigkeiten im Bereich Klima- und Naturrisiko-Stresstests zu unterstützen.
Dies ist besonders relevant im Hinblick auf die aufsichtsrechtlichen Erwartungen des EZB-Leitfadens zu klima- und umweltbezogenen Risiken, insbesondere Erwartung 11 zur Integration dieser Risiken.
Die vorgestellten Praktiken bereiten Banken und Aufsichtsbehörden zudem auf zukünftige Übungen und die EBA-Leitlinien zur Umweltszenarioanalyse vor, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Datenlücken und Modellierungsfortschritte
Die Datenerhebung für Treibhausgasemissionen und Energieausweise (EPCs) bleibt eine Herausforderung für Banken.
Innovative Ansätze, wie die Entwicklung proprietärer Indikatoren zur Identifizierung klimasensitiver Unternehmenskunden, zeigen jedoch Wege zur Milderung dieser Datenbeschränkungen auf.
Die EZB hat Best Practices für die Integration klimabezogener Risiken in Modellierungsansätze für Transitionsrisiken identifiziert, die eine Analyse auf Gegenparteiebene ermöglichen.
Banken haben seit 2022 sektorale Modelle entwickelt, um Klimaaspekte in bestehende Ausfallwahrscheinlichkeitsmodelle (PD-Modelle) zu integrieren, zunächst für Unternehmensengagements.
Die 2026er-Aktualisierung des Berichts legt einen verstärkten Fokus auf die Modellierung physischer Risiken und neue Ansätze zur Integration naturbezogener Risiken in Stresstests, da diese Themen in der Originalversion weniger ausführlich behandelt wurden.
Fortschritte, aber kein Selbstläufer
Banken haben ihre Modellierungsansätze für physische Risiken und die Integration naturbezogener Risiken deutlich verbessert.
Dennoch konzentrieren sich die Praktiken überwiegend auf akute physische Risiken, während chronische Risiken und die Granularität der Daten weiterhin Herausforderungen darstellen.
Die Unsicherheit über zukünftige Ereignisse erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Modelle und Datenbasis, um eine umfassende Risikobewertung zu gewährleisten.