J.P. Morgan erhält 12,18 Mio. Euro Strafe von EZB
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat J.P. Morgan SE mit zwei Strafen von insgesamt 12,18 Millionen Euro belegt. Grund sind falsch berechnete risikogewichtete Aktiva, die über Jahre hinweg gemeldet wurden.
Jahrelange Falschmeldungen bei Risikopositionen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat J.P. Morgan SE mit zwei Verwaltungsstrafen von insgesamt 12,18 Millionen Euro belegt.
Zwischen 2019 und 2024 meldete die Bank wiederholt zu niedrig berechnete risikogewichtete Aktiva.
Dies geschah, weil das Institut über 15 aufeinanderfolgende Quartale hinweg Unternehmensengagements falsch klassifizierte und einen zu niedrigen Risikogewicht für das Kreditrisiko anwandte.
Zudem wurden über 21 Quartale hinweg bestimmte Transaktionen bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiva für das Kreditbewertungsanpassungsrisiko unzulässig ausgeschlossen.
Diese Verstöße, die auf gravierende Mängel in den internen Prozessen und Kontrollen der Bank zurückzuführen sind, verhinderten eine umfassende Sicht der EZB auf das Risikoprofil von J.P. Morgan SE.
Kapitalquoten künstlich aufgebläht
Risikogewichtete Aktiva sind eine zentrale Messgröße für die Risiken in den Büchern einer Bank und bilden die Grundlage für die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen.
Durch die Unterschätzung dieser Aktiva meldete J.P. Morgan SE höhere Kapitalquoten, als es tatsächlich der Fall war.
Kapitalquoten sind wiederum Schlüsselindikatoren für die Kapitalstärke und die Verlustabsorptionsfähigkeit einer Bank.
Die EZB stufte den Verstoß gegen das Kreditrisiko als 'schwerwiegend' und den Verstoß gegen das Kreditbewertungsanpassungsrisiko als 'mittelschwer' ein, basierend auf ihrem Leitfaden zur Festsetzung administrativer Geldbußen.
Die Bank hat die Möglichkeit, die Entscheidung der EZB vor dem Gerichtshof der Europäischen Union anzufechten.
Klares Signal an die Branche
Diese Sanktion unterstreicht die Entschlossenheit der EZB, die Integrität der Bankenberichterstattung zu gewährleisten.
Die Höhe der Strafe sendet ein klares Signal an alle Institute, die internen Kontrollen ernst zu nehmen.
Für die Aufsicht ist dies ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Finanzstabilität im Euroraum.