Elderson: Europas Banken resilient, Aufsicht muss einfacher werden
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Elderson: Europas Banken resilient, Aufsicht muss einfacher werden

EZB-Vizepräsident Frank Elderson zieht Bilanz zur Resilienz europäischer Banken. Er skizziert die Aufsichtsprioritäten für 2026-28 und fordert eine effektivere und einfachere Bankenaufsicht.

Krisenfestigkeit unter Beweis gestellt

Europas Banken haben eine Reihe schwerer Schocks erfolgreich gemeistert, darunter die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, des Krieges in der Ukraine und den Inflationsanstieg seit den 1970er Jahren.

Trotz dieser Herausforderungen hätten die Banken Schocks absorbiert, anstatt sie zu verstärken.

EZB-Vizepräsident Elderson hob hervor, dass vorausschauende Risikoanalysen und entschlossenes Handeln entscheidend waren, um die Finanzstabilität zu wahren.

"Die Botschaft dieser Ereignisse ist unmissverständlich: Frühzeitiges Erkennen von Schwachstellen und entschlossenes Handeln sind unerlässlich," so Elderson.

Die Banken hätten ihre Engagements gegenüber Russland beschleunigt reduziert und blieben auch während der Zinsstraffung stabil, was die erfolgreiche Inflationsbekämpfung unterstützte.

Neue Risiken, einfachere Aufsicht

Für die Jahre 2026-28 nannte Elderson zwei Hauptprioritäten: die Stärkung der Resilienz gegenüber geopolitischen Schocks und makrofinanziellen Unsicherheiten sowie die Sicherstellung der operationellen Resilienz in einem zunehmend digitalisierten Finanzsystem.

Dies umfasst die Bewertung institutionenspezifischer geopolitischer Szenarien, die Integration von Klima- und Naturrisiken sowie die Fokussierung auf Cybersicherheit und Drittparteienrisiken.

Banken müssten zudem verantwortungsvoll mit neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Krypto-Assets umgehen.

Gleichzeitig strebt die EZB eine Vereinfachung der Aufsicht an, um sich auf die wesentlichsten Risiken zu konzentrieren und unnötigen Compliance-Aufwand zu reduzieren.

Balanceakt zwischen Effizienz und Sicherheit

Elderson zeichnet ein Bild robuster Banken, die jedoch ständigen neuen Herausforderungen gegenüberstehen.

Die geplante Vereinfachung der Aufsicht ist notwendig, birgt aber das Risiko, wichtige Details zu übersehen, wenn sie nicht präzise umgesetzt wird.

Letztlich bleibt die Stärkung der Bankenunion entscheidend, um die europäische Finanzlandschaft langfristig wettbewerbsfähig und stabil zu halten.