EZB-Aufsicht: Klimarisiken sind Top-Priorität für Banken
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EZB-Aufsicht: Klimarisiken sind Top-Priorität für Banken

Claudia Buch, Chefin der EZB-Bankenaufsicht, bekräftigt in einem Brief an einen EU-Abgeordneten, dass Klima- und Naturrisiken eine Top-Priorität für die Bankenaufsicht bleiben. Die Fähigkeit der Banken, diese Risiken zu managen, wird im Zyklus 2026-2028 weiter im Fokus stehen.

Klimarisiken als Dauerbrenner der Aufsicht

Die EZB-Bankenaufsicht sieht Klima- und Naturrisiken als zentrale Herausforderung für die Stabilität und Resilienz des Bankensektors.

Diese Risikotreiber werden auch im Aufsichtszyklus 2026-2028 eine hohe Priorität behalten.

Szenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS) zeigen, dass eine verzögerte Klimapolitik und abrupte Reaktionen höhere Risiken für Wirtschaft und Finanzsystem mit sich bringen.

Daher ist es entscheidend, solche ungeordneten Übergänge in zukunftsgerichteten Analysen zu berücksichtigen.

Eine von EZB und ESAs 2024 veröffentlichte Analyse zur finanziellen Stabilität im Rahmen des 'Fit for 55'-Pakets ergab, dass isolierte Verluste aus Übergangsrisiken die Finanzstabilität in der EU voraussichtlich nicht gefährden würden, sofern das Paket wie geplant umgesetzt wird und die Zwischenziele bis 2030 erreicht werden.

Neue Regeln für Stresstests und Resilienz

Die EZB überwacht gemäß Artikel 87a(2) und 87a(3) der Kapitaladäquanzrichtlinie, dass Institute robuste Strategien und Systeme zur Identifizierung, Messung und Steuerung von Klima- und Naturrisiken über einen Horizont von mindestens zehn Jahren etablieren.

Banken müssen zudem ihre Resilienz gegenüber langfristigen negativen Auswirkungen dieser Faktoren unter verschiedenen Szenarien testen.

Die EBA-Leitlinien zur Umweltszenarioanalyse von 2025 erwarten, dass Finanzinstitute bis 2027 Stresstests und Resilienzanalysen als komplementäre Instrumente entwickelt haben.

Die EZB arbeitet zudem an einem Rahmen zur Integration von Klimarisiken in regulatorische Stresstests, einschließlich Szenarien für verzögerte oder ungeordnete Übergänge.

Langer Weg zur robusten Risikosteuerung

Obwohl die meisten Banken Klimafaktoren als materiell für Kreditrisiken anerkennen, bleiben erhebliche Lücken in der Robustheit und Umfassendheit ihrer Rahmenwerke.

Die EZB verfolgt einen schrittweisen Ansatz mit informellen Dialogen, was den langwierigen Charakter dieser Transformation unterstreicht.

Für eine wirklich resiliente Finanzbranche ist ein kontinuierlicher und intensiver Ausbau der Fähigkeiten im Management von Klima- und Naturrisiken unerlässlich.