Fragmentierung schafft unnötige Komplexität in Bankenaufsicht
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Fragmentierung schafft unnötige Komplexität in Bankenaufsicht

Patrick Montagner vom EZB-Aufsichtsrat argumentiert, dass nicht die Komplexität selbst, sondern die Fragmentierung des Bankensystems die eigentliche Herausforderung darstellt. Dies führe zu Redundanz und unnötiger Belastung ohne bessere Aufsichtsergebnisse.

Komplexität als Spiegel der Realität

Montagner beginnt mit der These, dass Komplexität in der Bankenregulierung oft eine Reflexion der Realität der beaufsichtigten Institutionen und der Risiken ist.

Er verweist auf ähnliche Diskussionen in Großbritannien, wo die PRA ein für große Banken konzipiertes Rahmenwerk auf kleinere Institute anwendet, was zu einer hohen Compliance-Last bei geringem Aufsichtsnutzen führt.

Auch in den USA sehen Fed-Vertreter überlappende Anforderungen, die Risiken mehrfach erfassen, ohne tiefere Einblicke zu liefern.

Diese Beispiele, obwohl nicht direkt auf den Euroraum übertragbar, verdeutlichen, dass das Problem oft weniger mit Komplexität als mit Fragmentierung zu tun hat: einer mangelnden Integration, die Redundanz und Inkonsistenz erzeugt.

Die eigentliche Herausforderung sei, so Montagner, die strukturelle Inkohärenz, die durch unzusammenhängende Regeln entsteht.

Vielfalt erfordert differenzierte Ansätze

Die Komplexität der Bankenregulierung spiegele die Realität des Bankensektors wider, der technologisch, wirtschaftlich und geopolitisch immer anspruchsvoller werde.

Große Banken agieren heute grenzüberschreitend, managen Klimarisiken und verarbeiten Transaktionen in nie dagewesener Geschwindigkeit.

Die Aufsicht könne nicht mit Konzepten von 2000 arbeiten.

Zudem müsse die Regulierung die Vielfalt des europäischen Bankensektors – von global systemrelevanten Instituten bis zu kleinen Genossenschaftsbanken – berücksichtigen, was zwangsläufig zu mehr Rechtstexten führe.

Proportionalität sei hier der richtige Ansatz, etwa durch leichtere Berichtspflichten für kleine Institute und eine mögliche Erhöhung der 5-Milliarden-Euro-Schwelle für einfache Institute.

Auch die Nachfrage nach präzisen Regeln durch die Banken selbst trage zur Komplexität bei, da sie Rechtssicherheit suchen.

Fragmentierung: Das wahre Übel der Aufsicht

Montagner trifft den Kern: Nicht die Komplexität moderner Finanzmärkte ist das Problem, sondern die hausgemachte Fragmentierung durch überlappende Regeln und nationale Besonderheiten.

Seine Analyse zeigt klar, dass eine tiefere Integration der Bankenunion – etwa durch eine europäische Einlagensicherung – wirksamer wäre als oberflächliche Vereinfachungen.

Dies ist ein wichtiger Appell an Gesetzgeber und Aufseher, den Fokus auf einen kohärenten und integrierten Rahmen zu verlagern.