Aufsichtsräte im SSM: Zeitaufwand für Mandate deutlich erhöht
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Aufsichtsräte im SSM: Zeitaufwand für Mandate deutlich erhöht

Ein neuer EZB-Bericht zeigt einen deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Zeitaufwands von nicht-geschäftsführenden Direktoren im SSM. Die Studie aktualisiert Daten von 2019 und basiert auf 4.200 Bewertungen von 2022 bis 2025.

Messlatte für Aufsichtsräte: Zeitaufwand steigt deutlich

Der neue EZB-Bericht aktualisiert die 2019 durchgeführte Benchmarking-Übung zum deklarierten Zeitaufwand nicht-geschäftsführender Direktoren (NEDs) im Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM).

Die Analyse, basierend auf 4.200 Eignungsprüfungen von Q1 2022 bis Q1 2025, zeigt einen deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Zeitaufwands.

Die ursprüngliche Studie von 2019 hatte bereits einen erheblichen Einfluss auf die Governance-Standards, indem sie Faktoren wie Unternehmensgröße und Ausschussmitgliedschaften beleuchtete.

Das Benchmarking hilft der EZB, das Engagement der Aufsichtsräte im Verhältnis zu Größe, Komplexität und Risikoprofil der beaufsichtigten Institute zu bewerten und potenzielle Schwachstellen wie überlastete oder unzureichend involvierte Direktoren zu identifizieren.

Dies fördert eine robustere Unternehmensführung und gleiche Wettbewerbsbedingungen im SSM.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen einen Anstieg von fast 6 Tagen pro Jahr für NEDs (von 22,2 auf 28 Tage) und 15 Tagen für Vorsitzende (von 41,6 auf 56,9 Tage).

Quantität und Qualität der Eignungsprüfung

Die EZB bewertet den Zeitaufwand von nicht-geschäftsführenden Direktoren (NEDs) im Rahmen von Eignungsprüfungen stets fallbezogen und unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips.

Die Capital Requirements Directive (CRD) begrenzt die Anzahl der Mandate in bedeutenden Instituten auf eine geschäftsführende und zwei nicht-geschäftsführende Positionen oder vier nicht-geschäftsführende Positionen.

Die EZB prüft jedoch nicht nur die Einhaltung dieser quantitativen Grenzen.

Eine hohe Gesamtzahl von Positionen, selbst wenn sie den regulatorischen Anforderungen entspricht, kann Bedenken hervorrufen.

Qualitative Faktoren wie die Größe und Komplexität der beaufsichtigten Unternehmen, der Standort, weitere berufliche oder persönliche Verpflichtungen, Reisezeit und Schulungsbedarf werden ebenfalls berücksichtigt.

Die Erfahrung des Direktors und seine Vertrautheit mit dem Institut sind entscheidend.

Positive Entwicklung, alte Probleme

Trotz des positiven Trends beim deklarierten Zeitaufwand bleiben wiederkehrende Bedenken bestehen, insbesondere bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Direktoren, die ein minimales Engagement angeben.

Dies wirft ernsthafte Fragen zur effektiven Funktionsweise vieler Bankaufsichtsräte auf.

Die EZB wird daher weiterhin sicherstellen, dass ein angemessener Zeitaufwand ein zentraler Punkt ihrer Eignungsprüfungen bleibt.