Mexikos BIP wächst im zweiten Quartal um 1,42 Prozent
Nach dem Rückgang zu Jahresbeginn ist Mexikos Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 um 1,42 Prozent gestiegen. Laut dem aktuellen Regionalbericht der mexikanischen Zentralbank verzeichneten alle vier Wirtschaftsregionen Zuwächse bei gleichzeitig rückläufiger Gesamtinflation.
Wachstumsimpuls in allen vier Landesteilen
Das mexikanische Bruttoinlandsprodukt expandierte im zweiten Quartal 2026 um saisonbereinigt 1,42 Prozent, getragen von Zuwächsen in allen Hauptsektoren.
Der Primärsektor legte um 2,44 Prozent zu, die Industrie wuchs um 1,64 Prozent und der Dienstleistungssektor um 1,36 Prozent.
Auf regionaler Ebene verzeichneten die Regionen Nord (1,5 Prozent), Nord-Zentrum (1,6 Prozent), Zentrum (1,4 Prozent) und Süd (1,2 Prozent) durchgehend Zuwächse gegenüber dem Vorquartal.
Parallel setzte sich der Disinflationsprozess fort: Die jährliche Gesamtinflation fiel im zweiten Quartal im Norden auf 3,36 Prozent, im Norden-Zentrum auf 4,25 Prozent, im Zentrum auf 3,93 Prozent und im Süden auf 4,17 Prozent.
Bis August sanken die regionalen Raten weiter auf Werte zwischen 2,83 und 3,64 Prozent.
Strukturelle Bremsklötze und WM-Effekte
Die Erholung vollzieht sich vor dem Hintergrund persistenter struktureller Herausforderungen.
Am Arbeitsmarkt blieben die Arbeitslosenquoten im zweiten Quartal mit 2,0 bis 3,0 Prozent zwar niedrig, die Informalitätsrate reicht jedoch von 37,6 Prozent im Norden bis zu 69,6 Prozent im Süden.
Sonderfaktoren wie die Fußball-Weltmeisterschaft brachten den Austragungsorten punktuelle Impulse von maximal 0,056 Prozentpunkten des regionalen BIP, ohne nennenswerten Preisdruck zu erzeugen.
Als Hauptrisiken nennen Unternehmen Sicherheitsdefizite, US-Handelszölle und Engpässe bei Wasser sowie Energie.
Zyklische Atempause, keine Trendwende
Die gesamtwirtschaftliche Belebung täuscht über tiefe regionale Gräben und fragile Fundamente hinweg.
Solange massive Informalität im Süden und externe Zollrisiken im Norden das Wachstum hemmen, bleibt der Aufschwung verwundbar.
Für eine nachhaltige Expansion reicht ein temporärer Quartalsschub schlicht nicht aus.