KI-Investitionen verknüpfen Kapitalgeber, Kunden und Lieferanten
Irene Pablos Nuevo zeigt in einer am 27. Oktober 2026 veröffentlichten Studie der spanischen Zentralbank, wie private Kapitalmärkte den KI-Ausbau finanzieren. Zirkuläre Finanzierungen und künftige Leasingpflichten schaffen dabei zusätzliche Risiken.
Investitionen wachsen schneller als Eigenmittel
Die Sachinvestitionen der untersuchten Konzerne stiegen von rund 160 Mrd. Dollar 2019 auf nahezu 600 Mrd. Dollar 2025.
Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle entfielen davon rund 400 Mrd. Dollar, knapp 1,3 Prozent des US-BIP.
2025 erfasste die Studie 144 gemeinsame Investitionen mit Nichtbank-Finanzinstituten über 240 Mrd. Dollar; bei etwa 40 Prozent der Transaktionen fehlen Volumenangaben.
Die Gesamtinvestitionen überstiegen 60 Prozent der operativen Mittelzuflüsse.
Die Anleiheemissionen erreichten 2025 fast 150 Mrd. Dollar.
Im ersten Halbjahr 2026 nahmen allein die fünf großen US-Konzerne rund 160 Mrd. Dollar über Anleihen auf.
Einschließlich Wandelanleihen emittierte die gesamte Stichprobe in diesem Halbjahr rund 230 Mrd. Dollar.
Leasingpflichten reichen über die Bilanz hinaus
Laut Moody’s halten die fünf großen US-Konzerne Leasingzusagen für Rechenzentren von rund 969 Mrd. Dollar; 662 Mrd. Dollar betreffen noch nicht begonnene Verträge.
Diese erscheinen noch nicht als bilanzielle Schulden.
Zweckgesellschaften finanzieren zudem Infrastruktur gegen Chips und künftige Zahlungsströme als Sicherheiten.
Die Studie nutzt konsolidierte Konzerndaten, die KI nicht von anderen Geschäftsfeldern trennen.
Zirkuläre Finanzierungen bergen Doppelzählungsrisiken.
Für OpenAI, Anthropic und Lambda fehlen öffentliche Finanzabschlüsse.
Risikoteilung schafft neue Abhängigkeiten
Die Autorin verbindet die Tragfähigkeit des Ausbaus mit stabilen künftigen Zahlungsströmen.
Lieferanten treten zugleich als Kapitalgeber auf und sichern sich vertraglich Nachfrage.
Die Studie nennt technologische Alterung, konzentrierte Gegenparteien und intransparente Verpflichtungen als Kanäle der Risikoübertragung.