Überhörte Fed-Reden machen spätere Zinssignale vorhersagbar
BDF Studie

Überhörte Fed-Reden machen spätere Zinssignale vorhersagbar

Märkte übersehen öffentliche Zinssignale einfacher Mitglieder des Fed-Gouverneursrats, zeigt David Gauthier von der Banque de France. Deren Reden sagen Prognosefehler und einen Teil späterer geldpolitischer Ankündigungsüberraschungen voraus.

Öffentlich gesagt, verspätet eingepreist

David Gauthier wertet im Forschungspapier 1067 der Banque de France 4.177 Reden und Kongressanhörungen von 66 Mitgliedern des Gouverneursrats der Federal Reserve (Fed) zwischen 1961 und 2024 aus.

Ein festes Wörterbuch misst ihre geldpolitische Tonlage.

Vorsitzende und Stellvertreter erhalten durchschnittlich 65 Reuters-Artikel je Rede, andere Gouverneure nur zehn.

Deren Tonlage erklärt den Vorhersagegehalt für einjährige Zinsprognosefehler; beide Gruppen zusammen erklären 18 Prozent ihrer Variation.

Bei 228 regulären Sitzungen von Mai 1995 bis Dezember 2023 sagt sie auch die Überraschung zum künftigen Zinspfad voraus: 0,17 Standardabweichungen je Standardabweichung der Tonlage, nach Kontrolle öffentlicher Nachrichten.

Das Amt lenkt die Aufmerksamkeit

Bei Roger Ferguson, Ben Bernanke, Donald Kohn, Janet Yellen, Jerome Powell, Lael Brainard und Philip Jefferson steigt die Berichterstattung nach dem Aufstieg zum Vorsitzenden oder Stellvertreter von 14,2 auf 62,7 Artikel je Rede.

Zugleich verliert ihre Tonlage den Vorhersagegehalt für Zinsprognosefehler, ohne messbare Änderung der Positionierung.

Das Modell weist anderen Gouverneuren 40 Prozent der Aufmerksamkeit zu, gegenüber optimalen 54 Prozent gemessen an Einfluss und Positionsvarianz.

Diese Modellgrößen sind Punktschätzungen ohne ausgewiesene Standardfehler.

Mehr Reden allein reichen nicht

Gauthier zufolge sind Ankündigungsüberraschungen teilweise verzögerte Verarbeitung öffentlicher Informationen, nicht reine neue Schocks.

Mehr Reden allein schaffen deshalb keine Transparenz.

Die optimale Aufmerksamkeit lässt sich wegen der fünfjährigen Protokollsperre nur rückblickend bestimmen.

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