Inflation im Euroraum bei 1,9 Prozent; BDF sieht neue Herausforderungen
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Inflation im Euroraum bei 1,9 Prozent; BDF sieht neue Herausforderungen

Die Banque de France (BDF) zieht im Jahresbericht 2025 Bilanz: Die Inflation im Euroraum fiel auf 1,9 Prozent, doch neue Herausforderungen bei Schulden, Wachstum und Digitalisierung warten. Gouverneur Villeroy de Galhau kündigt seinen Abschied im Juni 2026 an.

Inflation im Griff, neue Herausforderungen warten

Die Banque de France (BDF) feiert einen wichtigen Erfolg: Die Inflation im Euroraum sank im Februar 2026 auf 1,9 Prozent, in Frankreich sogar auf 1,1 Prozent.

Die Geldpolitik hat damit ihr Ziel der Preisstabilität erreicht.

Doch Gouverneur François Villeroy de Galhau warnt im Jahresbericht 2025 vor neuen Herausforderungen.

Frankreich muss seine Staatsverschuldung wieder unter Kontrolle bringen und die Wirtschaft dynamischer gestalten.

Das potenzielle Wachstum hat sich in einer Generation von 2 Prozent auf 1,1 Prozent halbiert, während es in den USA bei 2,2 Prozent liegt.

Die BDF betont die Notwendigkeit, den Binnenmarkt stärker zu integrieren, besser zu investieren und schneller zu innovieren, wie in den Draghi- und Letta-Berichten dargelegt.

Die öffentliche Verschuldung erstickt sowohl den Haushalt als auch die Wirtschaft durch zusätzliche Finanzierungskosten.

Der „Iran-Schock“ deutet auf etwas mehr Inflation und weniger Wachstum hin, wobei die BDF-Geldpolitik weiterhin akkommodierender sei als die der Fed.

Digitaler Euro und Klimaresilienz

Neben der Geldpolitik konzentriert sich die BDF auf Finanzstabilität und Innovation.

Die Bank strebt eine Vereinfachung der Regulierung an, um effektivere Innovationen zu fördern, ohne dabei die Stabilität zu gefährden.

Vorschläge der EZB und des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM) zielen auf eine risikofokussierte Aufsicht ab.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die digitale Währung: Europa wird 2026 einen entscheidenden Schritt in Richtung einer ersten digitalen Großhandelswährung für Interbankenabwicklungen unternehmen.

Die BDF hofft zudem auf tokenisierte Bankeinlagen und euro-denominierte Stablecoins.

Für die breite Öffentlichkeit soll der digitale Euro durch eine Partnerschaft zwischen öffentlichem und privatem Sektor, wie der Wero-Lösung, erfolgreich sein.

Auch Klimarisiken stehen im Fokus: Die BDF unterstützt Unternehmen mit dem ODACC-Tool bei der Bewertung ihrer Klimarisikoexposition und fördert den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft.

Abschied eines Transformations-Architekten

Der Abschied von Gouverneur Villeroy de Galhau markiert das Ende einer Ära der Transformation bei der Banque de France.

Seine Amtszeit war geprägt von der erfolgreichen Anpassung an Digitalisierung und neue Risiken, was die BDF als stabilen Anker in unsicheren Zeiten positioniert.

Die Herausforderungen bei Schulden, Wachstum und dem digitalen Euro bleiben jedoch bestehen und erfordern weiterhin eine entschlossene Führung, um Frankreichs Wirtschaft zukunftsfähig zu machen.

Quelle: Banque de France Annual Report 2025

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