Firmeninsolvenzen in Frankreich steigen 2025 auf 68.602 Fälle
In Frankreich stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2025 um 3,6 Prozent auf den Rekordwert von 68.602 Fällen. Laut einer Analyse der Banque de France lag das Aufkommen damit 15 Prozent über dem Vorkrisenschnitt der Jahre 2010 bis 2019.
Finanzielle Schieflage im Mittelstand
Während der Zuwachs der Insolvenzen nach Zuwächsen von 17,7 Prozent 2024 und 36,5 Prozent 2023 spürbar an Dynamik verlor, verdeckt das Gesamtergebnis deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße.
Mikrounternehmen machten 92 Prozent der Fälle aus und lagen 12 Prozent über dem Vorkrisenschnitt.
Bei kleinen, mittleren und großen Unternehmen übertrafen die Insolvenzen das Niveau von 2010 bis 2019 jedoch um 68 Prozent.
Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr allein mit Nachholeffekten der Pandemie erklären.
Betroffene Firmen wiesen 2025 eine deutlich höhere Verschuldungsquote von im Median 31,2 Prozent auf, verglichen mit 25,0 Prozent im Jahr 2019, sowie stärkere Umsatzrückgänge von median 7,0 Prozent.
Der vierjährige Schatten der Neugründungen
Neben konjunkturellen Belastungen prägt die Gründungswelle seit 2016 das Bild.
Die Zahl der neugegründeten Kapitalgesellschaften stieg seither um durchschnittlich 5,6 Prozent jährlich.
Ein lokales Projektionsmodell der Banque de France zeigt: Ein Zuwachs der Unternehmensgründungen um einen Prozentpunkt erhöht die Insolvenzrate vier Jahre später um etwa 0,15 Prozentpunkte, wobei das Risiko im dritten Betriebsjahr seinen Höchststand erreicht.
Schluss mit der Corona-Ausrede
Die Analyse entzaubert das Narrativ reiner Corona-Nachholeffekte.
Vor allem im Mittelstand offenbaren die Daten echte Bonitätsprobleme durch hohe Schulden und Nachfrageschwäche.
Die steigenden Pleitezahlen sind damit kein statistisches Echo, sondern Ausdruck akuter Substanzverluste.