Frankreichs Unternehmenspleiten steigen 2025 auf 68.602 Fälle
In Frankreich stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2025 um 3,6 Prozent auf 68.602 Verfahren. Laut einer Studie der Banque de France liegt das Niveau damit 15 Prozent über dem Vorkrisenschnitt, wobei sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr deutlich verlangsamte.
Verlangsamte Dynamik und wachsende Kluft
Mit 68.602 eröffneten Verfahren stiegen die Insolvenzen 2025 um 3,6 Prozent, nach 17,7 Prozent 2024.
Das Niveau lag 15 Prozent über dem Schnitt der Jahre 2010 bis 2019.
Die Entwicklung verläuft stark gespalten: Während Kleinstbetriebe, die 92 Prozent aller Fälle stellen, 12 Prozent über dem Vorkrisenschnitt lagen, übertrafen mittlere und große Unternehmen ihren Vergleichswert um 68 Prozent.
Zugleich verschlechterte sich die Finanzstruktur der insolventen Firmen.
Deren mediane Verschuldungsquote stieg von 25,0 Prozent im Jahr 2019 auf 31,2 Prozent im Jahr 2025, während solide Firmen unverändert bei knapp 17 Prozent lagen.
Zudem schrumpfte der Umsatz insolventer Firmen 2025 im Median um 7,0 Prozent.
Nachholeffekte und Neugründungsboom
Der Anstieg ist nur noch teilweise ein Nachholeffekt der Pandemiejahre, in denen staatliche Hilfen rund 53.000 Pleiten verhinderten.
Seit 2023 wurden knapp 38.000 Insolvenzen zusätzlich registriert – bei größeren Firmen ist dieser Puffer längst aufgebraucht.
Gleichzeitig treibt die rege Gründungstätigkeit die Zahlen: Seit 2016 stiegen die Neugründungen von Kapitalgesellschaften um durchschnittlich 5,6 Prozent pro Jahr auf 300.000 im Jahr 2025.
Ein ökonometrisches Modell der Notenbank beziffert den daraus resultierenden Zuwachs bei den Firmenpleiten auf 0,84 Prozentpunkte.
Corona taugt nicht mehr als Ausrede
Die Vorstellung einer pandemiebedingten Verzerrung greift im französischen Unternehmenssektor nicht mehr.
Die erhöhten Insolvenzzahlen bei mittelgroßen und großen Firmen offenbaren vielmehr echte strukturelle Schwächen unter veränderten Zins- und Kostenbedingungen.
Für Gläubiger und Aufsichtsbehörden markiert 2025 damit die Rückkehr zur harten wirtschaftlichen Realität.