CO2-Steuer trifft ländliche Haushalte um 56 Prozent härter
BDF Paper

CO2-Steuer trifft ländliche Haushalte um 56 Prozent härter

Ländliche Haushalte tragen durch höhere Ausgaben für fossile Energien und geringere Mobilität 56 Prozent höhere Wohlfahrtsverluste durch CO2-Steuern als Stadtbewohner. Reine Einkommenstransfers reichen zum Ausgleich nicht aus, wie eine Studie der Banque de France belegt.

Die Geografie schlägt das Einkommen

Eine CO2-Besteuerung zur Reduktion der Emissionen um 10 Prozent verursacht bei ländlichen Haushalten einen Wohlfahrtsverlust von 3,1 Prozent des Konsums, verglichen mit 2,0 Prozent im Großraum Paris.

Ursache ist die ungleiche Ausgangslage: Ländliche Haushalte wenden 8,7 Prozent ihrer Konsumausgaben für fossile Brennstoffe auf – 2,8-mal so viel wie Pariser Haushalte mit 3,1 Prozent.

Zudem arbeiten Beschäftigte auf dem Land in Betrieben, deren Treibhausgasemissionen pro Kopf mit 19,5 Tonnen CO2 das 2,7-Fache städtischer Unternehmen erreichen.

Während die Steuer auf Haushaltsenergie direkt die einkommensschwachen Schichten belastet, trifft die Steuer auf Unternehmen vor allem Löhne in ländlichen Regionen.

Immobilienbesitz als Mobilitätsfalle

Räumliche Unterschiede lösen sich nicht automatisch durch Abwanderung auf.

Hohe Umzugskosten und eine Wohneigentumsquote von rund 80 Prozent binden ländliche Haushalte an ihre Region.

Während Mieter flexibel auf Preisdruck reagieren können, bleiben Eigentümer oft in emissionsintensiven Räumen gebunden.

Einheitliche oder rein einkommensbezogene Rückvergütungen der Steuereinnahmen verringern zwar soziale Ungleichheiten, verfehlen jedoch den geografischen Ausgleich: Pariser Haushalte erzielen dabei einen Nettogewinn von 0,1 Prozent, während ländliche Haushalte 0,9 Prozent einbüßen.

Klimapolitik braucht eine Postleitzahl

Klimapolitik darf den Faktor Raum nicht länger ignorieren.

Rein einkommensbasierte Transfers lassen ländliche Haushalte im Stich und riskieren neuen politischen Protest.

Für den Start des EU-Emissionshandels ETS 2 liefert die Studie eine unverzichtbare Korrektur.

Quelle: Energy share in total consumption (regression-adjusted)

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