Frankreichs Leistungsbilanzdefizit steigt auf 11,6 Milliarden Euro
Frankreich verzeichnete 2025 ein Leistungsbilanzdefizit von 11,6 Milliarden Euro nach 9,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Niedrigere Energiekosten dämpften das Warenhandelsdefizit auf 58,0 Milliarden Euro, während das Nettoauslandsvermögen auf minus 885,4 Milliarden Euro absackte.
Energiekosten dämpfen Defizit im Warenhandel
Frankreichs Leistungsbilanzdefizit stieg 2025 auf 11,6 Milliarden Euro oder 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Das Defizit im Warenhandel verringerte sich von 61,4 auf 58,0 Milliarden Euro, gestützt durch einen Rückgang der Energierechnung um 10,8 Milliarden Euro.
Ohne Energie verschlechterte sich die Warenbilanz jedoch auf minus 15,9 Milliarden Euro.
Der Dienstleistungsüberschuss sank von 50,8 auf 45,4 Milliarden Euro, wenngleich der Reiseverkehr einen Überschuss von 20,0 Milliarden Euro beisteuerte.
Das Nettoauslandsvermögen sackte um 181,4 Milliarden Euro auf minus 885,4 Milliarden Euro ab, was 29,6 Prozent des BIP entspricht.
Ausländische Investoren hielten Ende 2025 57,2 Prozent der französischen Staatsschuldtitel.
Rekordkäufe an der Wall Street und Dollarrisiken
Die Portfolioabflüsse verdoppelten sich auf 133,4 Milliarden Euro, da französische Investoren für 335,5 Milliarden Euro ausländische Wertpapiere erwarben.
Die USA blieben mit 584 Milliarden Euro das primäre Auslandsziel französischer Portfolios, getrieben von Technologiewerten.
Zugleich weiteten französische Banken ihre Nettoverschuldung in US-Dollar über Geldmarktinstrumente und Nichtbanken-Finanzinstitute spürbar aus.
Die Einführung neuer US-Zölle bremste zwar direkte Exporte in die Vereinigten Staaten um 5,4 Prozent, löste aber primär sektorale Handelsumlenkungen aus.
Trügerische Entspannung an der Außenfront
Die scheinbare Entspannung der Leistungsbilanz verdeckt tiefe strukturelle Schwächen der französischen Exportwirtschaft.
Billige Energieimporte und Tourismus können den industriellen Niedergang nur temporär kaschieren.
Bei 57 Prozent Staatsanleihen in ausländischer Hand bleibt das Finanzierungsprofil hochgradig verwundbar.