Frankreichs BIP-Prognose für 2026 sinkt auf 0,4 Prozent
0,4 Prozent BIP-Zuwachs erwartet die Banque de France für 2026 – 0,1 Prozentpunkte weniger als im Juni. Die Gesamtinflation soll vorübergehend auf 2,3 Prozent steigen und bis 2028 auf 1,6 Prozent sinken.
Schwache Dynamik und vorübergehende Teuerung
Die Banque de France korrigiert ihre Wachstumserwartung für 2026 auf 0,4 Prozent nach unten.
Nach einem BIP-Rückgang um 0,2 Prozent im ersten Quartal und einer Stagnation im Frühjahr signalisiert die Unternehmensumfrage für das dritte Quartal ein Plus von 0,1 Prozent.
Für 2027 und 2028 prognostiziert die Notenbank eine Erholung auf 0,9 Prozent und 1,2 Prozent.
Die Gesamtinflation steigt 2026 energiepreisbedingt auf 2,3 Prozent, bevor sie 2027 auf 1,9 Prozent und 2028 auf 1,6 Prozent sinkt.
Die Kernrate ohne Energie und Nahrung verharrt 2026 bei 1,6 Prozent und erreicht 2027 durch Zweitrundeneffekte 2,3 Prozent.
Die Arbeitslosenquote steigt bis zum Jahresende 2026 auf 8,4 Prozent.
Kaufkraftverluste und geopolitische Risiken
Die private Investitionstätigkeit leidet unter strafferen Finanzierungsbedingungen und fiskalpolitischen Unsicherheiten.
Zugleich sinkt die reale Lohnkaufkraft 2026 um 0,7 Prozent, ehe sie 2027 wieder um rund 1,0 Prozent zulegt.
Als zentraler Risikofaktor gilt der Nahost-Konflikt: Im berechneten schweren Szenario mit Ölpreisen von bis zu 132 US-Dollar pro Barrel und Gaspreisen von 130 Euro je Megawattstunde würde Frankreichs Wirtschaftsleistung 2027 um 0,2 Prozent schrumpfen, während die Inflation auf 4,2 Prozent emporschnellt.
Wackelige Hoffnung auf Erholung
Die Prognose offenbart eine französische Wirtschaft ohne nennenswerte Eigendynamik.
Die erhoffte Belebung ab 2027 baut fast vollständig auf der fragilen Annahme sinkender Energiepreise auf.
Bei weiteren geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten droht Frankreichs Wirtschaft direkt in die Stagflation abzugleiten.