99,8 Prozent erreichen Bargeldstelle in unter 15 Minuten
Der Zugang zu Bargeld in Frankreich blieb Ende 2025 nahezu unverändert hoch. 99,8 Prozent der Bevölkerung erreichen eine Geldabhebung innerhalb von 15 Autominuten, während Banken ihre Geldautomaten vor allem in dicht besiedelten Städten abbauen.
Stabile Versorgung trotz Automatenabbau
Die Zahl der Standorte mit mindestens einem Geldautomaten sank 2025 um 2,7 Prozent auf 29.442. Insgesamt ging die Zahl der Automaten um 4,2 Prozent auf 40.804 zurück.
Der Abbau konzentrierte sich jedoch fast ausschließlich auf städtische Ballungsräume mit hoher Automatendichte, ohne die geografische Abdeckung zu verschlechtern.
In Gemeinden mit unter 1.000 Einwohnern stieg die Zahl der Automatenstandorte sogar leicht auf 742 an.
Gleichzeitig wuchs das Netz privater Bargeldstellen bei Einzelhändlern um 5,5 Prozent auf 30.057 Punkte.
Über alle Zugangswege hinweg liegt die durchschnittliche Fahrzeit zur nächsten Abhebung in Gemeinden ohne eigenen Automaten bei stabilen 9,3 Minuten.
Regulatorischer Rückenwind aus Brüssel
Der Rückbau von Geldautomaten spiegelt den schleichenden Rückgang von Barzahlungen im Alltag wider.
Um die Resilienz bei Stromausfällen oder Netzstörungen zu sichern, treiben Politik und Zentralbanken neue Initiativen voran.
Ab 2027 soll in Frankreich ein neues interbankenfähiges System Abhebungen in Geschäften für alle Bankkunden öffnen.
Auf EU-Ebene verpflichten geplante Verordnungen die Mitgliedstaaten zur Sicherstellung des Bargeldzugangs.
Zudem erlaubt die dritte Zahlungsdiensterichtlinie (PSD3) Kassenabhebungen im Einzelhandel ohne Pflichtkauf bis zu einer Obergrenze von 150 Euro.
Supermärkte ersetzen keine Filialinfrastruktur
Der Verweis auf hohe Zufriedenheitswerte kaschiert die schleichende Verlagerung der Versorgung auf den Einzelhandel.
Banken sparen durch den Rückbau von Geldautomaten Kosten und wälzen die Grundversorgung ab.
Ob Supermärkte in echten Krisen eine verlässliche Notfallinfrastruktur bieten, ist äußerst zweifelhaft.