Harmonisierte Daten verdoppeln US-Sparquote auf 10,7 Prozent
BDF Studie

Harmonisierte Daten verdoppeln US-Sparquote auf 10,7 Prozent

Unterschiedliche Rechnungslegungsstandards prägen den internationalen Vergleich der Sparquoten. Nach OECD-Harmonisierung lag die US-Sparquote 2025 bei 10,7 Prozent statt 4,6 Prozent, während Deutschland bei 19,2 Prozent statt 10,3 Prozent notierte.

Abschreibungen und Pensionsansprüche im Fokus

Die Banque de France schlüsselt die methodischen Differenzen zwischen nationalen und harmonisierten Sparquoten für 2025 auf.

Das US-Statistikamt BEA wies eine nationale Sparquote von 4,6 Prozent aus, während die OECD-Eurostat-Methode 10,7 Prozent ergab.

In Deutschland lag der nationale Wert bei 10,3 Prozent, die harmonisierte Bruttoquote bei 19,2 Prozent.

Hauptgrund für die Abweichungen ist die Behandlung von Abschreibungen: Nationale Kennzahlen in den USA und Deutschland ziehen den Wertverzehr des Anlagevermögens ab, die OECD setzt Bruttowerte an.

Zudem rechnet das BEA Zinsen für Konsumentenkredite nicht aus dem verfügbaren Einkommen heraus und verbucht Pensionsansprüche methodisch anders.

Strukturelle Rangfolge bleibt trotz Korrekturen stabil

Im Zehnjahresschnitt von 2014 bis 2025 führt Deutschland mit einer harmonisierten Sparquote von 19,0 Prozent vor Frankreich mit 15,8 Prozent, dem Euroraum mit 14,2 Prozent und den USA mit 12,7 Prozent.

Italien verzeichnete 12,1 Prozent, Spanien 10,2 Prozent.

Beim finanziellen Vermögensaufbau übertrafen die US-Haushalte den Euroraum im Schnitt um 10 Prozentpunkte pro Jahr (22,2 gegenüber 12,2 Prozent).

Zusätzliche Anpassungen für langlebige Konsumgüter heben die US-Quote auf 20,7 Prozent, ändern aber nichts am Grundmuster: Deutsche und französische Haushalte sparen kontinuierlich mehr als südeuropäische.

Vergleichbarkeit hat enge Grenzen

Die Analyse entlarvt die trügerische Genauigkeit nationaler Sparstatistiken.

Zwar verringert die Harmonisierung den statistischen Abstand zwischen den USA und Europa deutlich, ändert aber nichts an den institutionellen Unterschieden.

Für Debatten über globale Ungleichgewichte sind unbereinigte Rohdaten unbrauchbar.

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