Reale Lohnrigidität erzwingt geldpolitischen Kurswechsel
BDF Paper

Reale Lohnrigidität erzwingt geldpolitischen Kurswechsel

Wann rechtfertigen anhaltende Angebotsschocks einen zinspolitischen Kurswechsel? Eine neue Studie der Banque de France zeigt, dass nicht das Risiko entankerter Inflationserwartungen, sondern die reale Lohnrigidität der entscheidende Faktor ist.

Das Dogma der Notenbanken im Test

Zentralbanken stützen sich auf eine gängige Heuristik: Transitorische Angebotsschocks werden ignoriert, während persistente Schocks einen restriktiveren Kurs verlangen, um entankerte Inflationserwartungen zu verhindern.

Doch Standardmodelle stützen diese Praxis für die wichtigsten Angebotsschocks wie Energiepreise, Produktivität oder Arbeitsangebot kaum.

Selbst bei hoher Persistenz bleibt die Stabilisierung des Produktionspotenzials dort optimal.

Die neue Studie der Banque de France analysiert diesen theoretischen Widerspruch und prüft, welche Mechanismen den geldpolitischen Kurswechsel bei anhaltenden Störungen tatsächlich rechtfertigen.

Reale Lohnrigidität als echter Auslöser

Entgegen der konventionellen Weisheit zeigt die Untersuchung, dass das Risiko sich entankernder Inflationserwartungen allein nicht ausreicht, um eine restriktivere Ausrichtung zu begründen.

Die Analyse demonstriert, dass erst eine ausgeprägte reale Lohnrigidität die Kosten der Output-Stabilisierung drastisch erhöht.

Wenn Löhne starr auf Preisveränderungen reagieren, treiben Angebotsschocks die Inflation in Preis- und Lohnmärkten synchron nach oben.

Um diese Verzerrungen zu begrenzen, nehmen Zentralbanken bewusst einen negativen Produktionsgap in Kauf.

Falscher Kompass in der Krise

Die Analyse entlarvt den gängigen Fokus auf Inflationserwartungen als unzureichenden Indikator.

Stattdessen müssen Aufseher künftig die Lohnstarre genau überwachen.

Nur so lässt sich der optimale Zeitpunkt für einen restriktiven Kurswechsel präzise bestimmen.

Quelle: When Do Persistent Supply Shocks Call for Hawkishness?

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